Das Paar GBP/USD handelt am Dienstag zum dritten Mal in Folge mit negativem Bias, zeigt jedoch keinen Anschlussverkauf und hält während der asiatischen Sitzung über der psychologischen Marke von 1,3500. Zudem erfordert das gemischte fundamentale Umfeld Vorsicht, bevor man sich für eine Ausweitung des jüngsten Pullbacks aus dem Bereich 1,3655-1,3660, dem höchsten Stand seit dem 16. Februar, positioniert, der letzten Freitag erreicht wurde.
Der US-Dollar (USD) zieht als sicherer Hafen Mittelzuflüsse an angesichts des US-Iran-Konflikts über die Straße von Hormus und sinkender Wahrscheinlichkeiten für eine Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Jahr 2026. Ein festerer USD wird wiederum als Schlüsselfaktor gesehen, der Druck auf das GBP/USD-Paar ausübt. Die relativ hawkische Haltung der Bank of England (BoE) wirkt jedoch als Rückenwind für das Britische Pfund (GBP) und hilft, den Abwärtstrend der Kassapreise zu begrenzen.
In den jüngsten Entwicklungen berichtete Reuters von einem Brand und einer Explosion auf einem südkoreanisch gecharterten Schiff in der Straße. US-Präsident Donald Trump warnte, dass der Iran von der Erdoberfläche ausgelöscht werde, sollte er amerikanische Schiffe angreifen. Unterdessen griff der Iran die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) mit einer Salve von Raketen und Drohnen an, nachdem die USA ein Programm namens Project Freedom angekündigt hatten, um Schiffe im Golf zu begleiten.
Dies erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und löst eine neue Aufwärtsbewegung der Rohölpreise aus, was inflationsbedingte Sorgen und Wetten auf weitere hawkische Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank (Fed), befeuert. Der Ausblick stützt den USD weiter und belastet das GBP/USD-Paar. Gleichzeitig signalisierte die BoE, dass Zinserhöhungen angemessen sein könnten, falls die Inflation hartnäckig bleibt, was die Kassapreise unterstützen sollte.
Händler blicken nun auf den US-Wirtschaftskalender am Dienstag – mit der Veröffentlichung des US ISM Services PMI, der JOLTS-Stellenangebote und der Daten zu den Verkäufen neuer Häuser. Dies, zusammen mit Reden einflussreicher FOMC-Mitglieder, könnte dem Dollar und dem GBP/USD-Paar Auftrieb verleihen. Der Fokus bleibt jedoch auf dem US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht am Freitag und geopolitischen Schlagzeilen, die weiterhin Volatilität erzeugen könnten.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.