Das Währungspaar EUR/CAD zieht am Freitag während der frühen Handelsstunden in Europa einige Verkäufer um 1,6000 an. Alle Augen sind auf den kanadischen Arbeitsmarktbericht für Juli gerichtet, der später am Freitag veröffentlicht wird. Kanada wird voraussichtlich ein moderates Beschäftigungswachstum und eine höhere Arbeitslosenquote im Juli zeigen. Sollte der Bericht ein schwächer als erwartetes Ergebnis zeigen, könnte dies den kanadischen Dollar (CAD) belasten und dem Währungspaar Rückenwind verleihen.
Technisch gesehen behält EUR/CAD die bullische Stimmung im Tageschart bei, da der Preis über dem wichtigen 100-Tage-Exponential Moving Average (EMA) liegt. Der Weg des geringsten Widerstands zeigt nach oben, da der 14-tägige Relative Strength Index (RSI) über der Mittellinie steht. Dies deutet auf bullisches Momentum im kurzfristigen Bereich hin.
Das erste Aufwärtsziel, das für das Währungspaar zu beobachten ist, liegt bei 1,6054, dem Hoch vom 7. August. Ausgedehnte Gewinne könnten eine Rallye auf 1,6100 ermöglichen, was die psychologische Marke und die obere Begrenzung des Bollinger Bands darstellt. Weiter nördlich liegt die nächste Hürde bei 1,6152, dem wöchentlichen Hoch vom 16. März 2018.
Auf der anderen Seite entsteht die anfängliche Unterstützung für das Währungspaar bei 1,5900, der runden Zahl und dem Tief vom 5. August. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte 1,5815 freilegen, die untere Begrenzung des Bollinger Bands. Der zusätzliche Abwärtsfilter, den es zu beobachten gilt, ist 1,5740, der 100-Tage-EMA.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.