Das Währungspaar EUR/CAD verliert während der frühen europäischen Sitzung am Dienstag an Boden und liegt bei etwa 1,5925. Ein Anstieg der Rohölpreise hebt den rohstoffgebundenen Loonie und wirkt als Gegenwind für das Währungspaar. Anleger werden die Composite- und Services Purchasing Managers Index (PMI)-Berichte aus Deutschland und der Eurozone für Juli, die später am Dienstag fällig sind, im Auge behalten.
Technisch gesehen bleibt der konstruktive Ausblick für EUR/CAD bestehen, da das Währungspaar gut unterstützt oberhalb des wichtigen 100-Tage Exponential Moving Average (EMA) auf dem Tageschart notiert. Dennoch kann eine weitere Konsolidierung nicht ausgeschlossen werden, da der Relative Strength Index (RSI) um die Mittellinie schwebt. Dies deutet auf ein neutrales Momentum in der nahen Zukunft hin.
Auf der positiven Seite entsteht die erste Aufwärtsbarriere für das Währungspaar an der psychologischen Marke von 1,6000. Ein entscheidender Durchbruch über dieses Niveau könnte mehr Momentum aufnehmen und das nächste Widerstandsniveau bei 1,6100 anvisieren, das die obere Begrenzung des Bollinger Bands und eine runde Marke darstellt. Weiter nördlich ist der zusätzliche Aufwärtsfilter, den es zu beobachten gilt, 1,6125, das Hoch vom 28. Juli.
Im bärischen Szenario wird die anfängliche Unterstützungsmarke für EUR/CAD bei 1,5888, dem Tief vom 17. Juli, gesehen. Ein weiterer Verkaufsdruck unterhalb des genannten Niveaus könnte das Währungspaar in Richtung 1,5810 ziehen, der unteren Begrenzung des Bollinger Bands. Ein Durchbruch unter dieses Niveau könnte einen Rückgang auf 1,5720, den 100-Tage EMA, zur Folge haben.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.