AUD/USD erhielt am Freitag einen späten Wochenaufschwung und stieg in den Bereich von 0,6550, nachdem die neuesten US-Inflationsdaten den US-Dollar (USD) auf breiter Front nach unten drückten. Der Australische Dollar (AUD) trat in seine vierte Gewinnsession in Folge gegenüber dem Greenback ein und brachte AUD/USD auf Kollisionskurs mit dem oberen Ende eines technischen Bereichs, der das Paar im Laufe des Jahres weitgehend eingeengt hat.
Der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) stieg im Jahresvergleich bis Juni erneut an und brachte den Kern-PCE auf 2,9% im Jahresvergleich, was den dritten Monat in Folge markiert, in dem sich die wichtigen US-Inflationskennzahlen weiter von dem von der Federal Reserve (Fed) angestrebten Inflationsziel von 2% entfernt haben oder zumindest keinen Fortschritt in Richtung dieses Ziels gemacht haben.
Trotz frischer Inflationsdrucke, die im Hintergrund brodeln, sind die Marktwetten auf eine Zinssenkung der Fed im September nach wie vor hoch, wobei die Zins-Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung am 17. September mit fast 90% ansetzen. Die neuesten US-Beschäftigungszahlen, die Ende nächster Woche fällig sind, könnten der letzte Pflasterstein auf dem Weg zu einer Zinssenkung der Fed im nächsten Monat sein.
Die jüngste technische Erholung des Aussies hat dazu geführt, dass AUD/USD von seinem letzten Swing-Tief bei 0,6415 um etwas mehr als 2% gestiegen ist und in fünf der letzten sieben Sitzungen an Boden gewonnen hat. Trotz einer fest bullischen Performance auf kurze Sicht ist das Paar weiterhin in der Mitte eines langfristigen Konsolidierungsmusters zwischen 0,6400 und 0,6600 gefangen.
Da es an bedeutenden Veränderungen in der langfristigen Stimmung mangelt, sollte erwartet werden, dass AUD/USD in absehbarer Zeit weiterhin den 200-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) nahe 0,6480 durchläuft.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.