UBS hat Anlegern in einer Mitteilung vom Donnerstag signalisiert, dass die jüngste Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve die Aktienrally nach Einschätzung der Bank nicht aus der Bahn werfen dürfte - auch wenn die Währungshüter weitere Straffungen in Aussicht gestellt haben.
Die Fed hob ihre Zielspanne einstimmig um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Fed-Chef Kevin Warsh sagte, die Notenbank habe „eine Dosis Lockerung zurückgenommen“. Zugleich seien die breiten Finanzierungsbedingungen nur schwer als restriktiv zu beschreiben.
Warsh erklärte zudem, die Wirtschaftstätigkeit „expandiert in solidem Tempo“. Die Notenbank stellte zugleich eine „raschere Rückkehr“ der Inflation zu ihrem Ziel von 2 Prozent in Aussicht.
Trotz des hawkischen Tons - 16 von 18 Fed-Vertretern rechnen inzwischen mit mindestens einer weiteren Zinserhöhung in diesem Jahr - geht UBS davon aus, dass ein großer Teil der Straffung bereits in den Kursen enthalten ist.
Die Märkte hatten sich laut UBS auf nahezu vier Zinsschritte im gesamten Zyklus eingestellt, während die Bank selbst nur zwei erwartet. Die Marktreaktion blieb entsprechend begrenzt: Der S&P 500 verlor 0,4 Prozent, die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg an diesem Tag lediglich um 1 Basispunkt.
UBS hält die Straffung angesichts der robusten Konjunktur für verkraftbar. Die Bank verweist dabei auf die angehobenen Wachstumsprognosen der Fed sowie auf starke US-Einzelhandelsumsätze im August, die um 1,2 Prozent zulegten. Zusätzliche Unterstützung komme von anhaltenden Investitionen in Künstliche Intelligenz: UBS erwartet, dass die branchenweiten Investitionsausgaben von 900 Milliarden Dollar auf 1,2 Billionen Dollar im Jahr 2027 steigen.
Auch kräftige Unternehmensgewinne dürften höhere Renditen abfedern, so UBS. Die Bank rechnet für den S&P 500 mit einem Gewinnwachstum von 25 Prozent im Jahr 2026 und 14 Prozent im Jahr 2027. Sie bleibt daher auf weitere Kursgewinne ausgerichtet, stellt sich zugleich aber auf kurzfristige Schwankungen ein. Empfohlen werden eine breite Diversifikation und die Vermeidung einer zu starken Konzentration auf zinssensitive Bereiche.