Elias Haddad von Brown Brothers Harriman (BBH) zufolge konsolidiert der US-Dollar seine jüngsten Gewinne. Der US-Dollar-Index (DXY) testet dabei den Widerstand an seiner 200-Tage-Linie. Gleichzeitig zeigen die jüngsten US-Daten, dass die am Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) gemessene Inflation weiterhin über dem Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank liegt, während die realen Konsumausgaben stagnieren. An den Terminmärkten wird nach wie vor nur eine begrenzte geldpolitische Straffung eingepreist. Nach Einschätzung Haddads verschafft die aktuelle Lage der Fed jedoch Spielraum, die Zinsen unverändert zu lassen. Damit bleibt der Dollar anfällig für eine Neubewertung in Richtung einer lockereren Geldpolitik.
„Der US-Dollar konsolidiert die gestrigen Gewinne, während der DXY-Index den Widerstand an seiner 200-Tage-Linie bei 99,17 Punkten testet. Die Preise für Rohöl der Sorte Brent bewegen sich unterhalb von 90 Dollar je Barrel seitwärts. Nvidia hat die Umsatz- und Absatzerwartungen der Wall Street übertroffen und damit die Stärke des Booms bei den Investitionen in KI-Infrastruktur untermauert.“
„Die PCE-Gesamtrate stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent (Konsens: 0,1 Prozent), nachdem sie im Juni um 0,1 Prozent gesunken war. Im Jahresvergleich lag die Teuerungsrate damit den zweiten Monat in Folge bei 3,7 Prozent (Konsens: 3,6 Prozent). Die Kernrate entsprach mit einem monatlichen Anstieg von 0,2 Prozent den Erwartungen, nach 0,1 Prozent im Juni. Im Jahresvergleich verharrte sie den zweiten Monat in Folge bei 3,3 Prozent. Der weniger schwankungsanfällige getrimmte PCE-Mittelwert der Dallas Fed sowie der Median der Cleveland Fed blieben mit 2,3 beziehungsweise 2,7 Prozent im Jahresvergleich unverändert.“
„Die gestern veröffentlichten US-PCE-Daten für Juli haben gezeigt, dass die Inflation weiterhin über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed liegt, sich aber nicht weiter beschleunigt. Gleichzeitig stagnierten die realen persönlichen Konsumausgaben. Das gibt der Fed Spielraum, die Zinsen unverändert zu lassen, und macht den US-Dollar anfällig für eine Neubewertung hin zu einer lockereren Geldpolitik. Die Fed-Funds-Futures preisen für die nächste Sitzung am 16. September eine Wahrscheinlichkeit von 36 Prozent für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent ein. Für die kommenden zwölf Monate werden insgesamt 40 Basispunkte an Zinserhöhungen erwartet.“
„Das Wirtschaftssymposium in Jackson Hole beginnt heute, Fed-Chef Kevin Warsh spricht morgen. Klare geldpolitische Signale dürften angesichts Warshs Zurückhaltung bei konkreten Hinweisen auf den künftigen geldpolitischen Kurs und des Verzichts auf eine Fragerunde rar bleiben. Stattdessen könnte Warsh erste Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen der Fed vorstellen, die sich mit Kommunikation, Bilanz, Wirtschaftsdaten, Produktivität und Beschäftigung sowie dem geldpolitischen Rahmen zur Inflationssteuerung befassen.“