Der Goldpreis fällt am Freitag um über 0,42 %, da Fed-Chef Kevin Warsh bestätigt, dass sich die Fed auf die Bekämpfung der Inflation konzentriert, was den US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen nach oben treibt, während die Geldmärkte begonnen haben, eine mögliche Zinserhöhung im Jahr 2026 einzupreisen. XAU/USD notiert bei 4.576 USD, nachdem der Preis unter 4.600 USD gefallen ist und ein Wochentief bei 4.530 USD erreicht hat.
In Jackson Hole erklärte Warsh, dass er die Inflation weiterhin als Priorität sehe und sich hawkish gebe, da er anerkannt habe, dass sich die zugrunde liegenden Inflationsmaße nicht verbessert hätten. Er sagte, die US-Notenbank müsse sicher sein, dass die Inflation wieder auf ihr 2%-Ziel zurückkehrt, andernfalls "haben wir noch Arbeit vor uns."
In seinen vorbereiteten Bemerkungen räumte er ein, dass die Konsumausgaben gesund seien und der Arbeitsmarkt solide sei. Dennoch bezeichnete Warsh die Zahlen mit Blick auf die Preisstabilität als "besorgniserregender" und deutete damit an, dass sich die Fed auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren werde.
Unmittelbar nach seinen Äußerungen preisten die Geldmärkte eine Wahrscheinlichkeit von 50 % für eine Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte auf der Sitzung am 16. September ein. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung haben Anleger die Wahrscheinlichkeit auf fast 44 % gesenkt, für Dezember sehen sie laut Prime Terminal jedoch eine Wahrscheinlichkeit von 82 %.
Der Greenback legte um über 0,38 % zu, gemessen am US Dollar Index (DXY), der den Wert der amerikanischen Währung gegenüber sechs anderen Währungen abbildet. Der DXY liegt bei 99,49 und wird durch den Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen gestützt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen ist um 1,5 Basispunkte auf 4,686 % gestiegen.
Die Kursentwicklung von Gold zeigte, dass das gelbe Metall den 200-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) bei 4.527 USD "fast" getestet hat, sich jedoch nach Warrens Äußerungen teilweise wieder erholte und erneut über den psychologisch wichtigen Bereich von 4.550 USD stieg.
Aus Momentum-Sicht behalten die Käufer die Kontrolle, da der RSI über seiner 50er-Marke liegt. Dennoch zeigt der Index zuletzt nach unten, ein Hinweis darauf, dass kurzfristig Verkäufer in den Markt kommen.
Fällt XAU/USD unter den 200-Tage-SMA, könnte dies den Weg in Richtung 4.500 USD öffnen. Darunter liegt der 100-Tage-SMA bei 4.374 USD als nächster interessanter Bereich.
Für Käufer ist der nächste Halt in der Gold-Erholung 4.600 USD. Ein entscheidender Ausbruch könnte den Weg frei machen, um das Tageshoch vom 27. August bei 4.643 USD anzugreifen, bevor die schwer fassbare Marke von 4.700 USD ins Visier rückt.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.