Der US Dollar Index (DXY), der den Wert des US-Dollars (USD) gegenüber sechs wichtigen Währungen misst, bleibt stabil, nachdem er am Vortag leichte Verluste verzeichnete und während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 99,10 pendelte.
Der Greenback hält sich, während Händler die wirtschaftlichen Auswirkungen der Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sowie die erhöhten Drohungen gegen die wichtige Schifffahrtsroute Straße von Hormus bewerten.
Am Mittwoch berichtete Bloomberg, dass US-Präsident Donald Trump die laufenden Verhandlungen mit dem Iran als in der Endphase befindlich bezeichnete. Präsident Trump bekräftigte jedoch auch das feste Versprechen, militärische Maßnahmen innerhalb von Tagen wieder aufzunehmen, falls der Iran seine Bedingungen ablehnt. Als Reaktion darauf betonte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, dass Teheran nicht die Absicht habe, zu kapitulieren, und erklärte auf der Social-Media-Plattform X, dass der Versuch, eine Kapitulation durch Zwang zu erzwingen, nichts weiter als eine Illusion sei.
Das Protokoll des Federal Open Market Committee (FOMC) für die April-Sitzung wurde am Mittwoch veröffentlicht und zeigte einen hawkischen Ton in Bezug auf den Ausblick der Fed. Die Mehrheit der Beamten der Federal Reserve (Fed) warnte, dass die Zentralbank wahrscheinlich eine Zinserhöhung in Betracht ziehen müsse, wenn die Inflation weiterhin dauerhaft über ihrem Ziel von 2 % liege. Das Protokoll hob die zunehmende Besorgnis unter den Fed-Beamten über inflationsbedingte Druckfaktoren hervor, die durch den Iran-Krieg verursacht werden.
Der US-Dollar (USD) ist die offizielle Währung der Vereinigten Staaten und in vielen weiteren Ländern als „de facto“-Währung im Umlauf. Er ist die am häufigsten gehandelte Währung weltweit und dominiert mit 88 % des globalen Devisenhandels. Daten von 2022 zeigen, dass täglich ein Handelsvolumen von rund 6,6 Billionen US-Dollar umgesetzt wird. Der US-Dollar löste nach dem Zweiten Weltkrieg das Britische Pfund als Weltreservewährung ab, nachdem der Goldstandard 1971 abgeschafft wurde.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des US-Dollars beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Federal Reserve (Fed) bestimmt wird. Die Fed hat zwei Hauptziele: Preisstabilität (Inflationskontrolle) und Förderung der Vollbeschäftigung. Ihr primäres Werkzeug zur Erreichung dieser Ziele ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Preise zu schnell steigen und die Inflation über dem Ziel von 2 % liegt, erhöht die Fed die Zinsen, was dem Wert des US-Dollars zugutekommt. Fällt die Inflation unter 2 % oder ist die Arbeitslosenquote zu hoch, senkt die Fed möglicherweise die Zinsen, was den Greenback belastet.
In außergewöhnlichen Situationen greift die Federal Reserve auf Maßnahmen wie die quantitative Lockerung (QE) zurück. Dies geschieht, wenn Zinssenkungen allein nicht ausreichen, um das Finanzsystem zu stabilisieren. QE ermöglicht es der Fed, mehr Geld zu drucken und US-Staatsanleihen von Banken zu kaufen, um die Kreditvergabe anzukurbeln. Diese expansive Maßnahme schwächt in der Regel den US-Dollar, da sie die Geldmenge erhöht und das Vertrauen in die Währung senkt.
Quantitative Tightening (QT) stellt den umgekehrten Prozess zu Quantitative Easing (QE) dar. Die US-Notenbank Federal Reserve beendet den Ankauf von Anleihen und investiert die fällig werdenden Rückzahlungen nicht in neue Anleihen. In der Regel wirkt sich dieser Prozess positiv auf den US-Dollar aus.