AUD/USD wertet nach einem Tagesgewinn von über 0,5 % am Vortag ab und notiert während der asiatischen Handelszeiten am Donnerstag um 0,7120. Das Paar verliert an Wert, da der Australische Dollar (AUD) nach der Veröffentlichung schwächerer australischer Arbeitsmarktdaten nachgibt.
Die australische Arbeitslosenquote stieg im April auf 4,5 %, nach 4,3 % im März. Dieser Wert lag über dem Marktkonsens, der mit einer Stabilisierung bei 4,3 % gerechnet hatte. Gleichzeitig sank die Beschäftigungsveränderung im April um 18,6 Tsd. Stellen. Dieser Rückgang folgte auf eine revidierte Zunahme von 23,3 Tsd. Stellen im März und lag deutlich unter der Konsensprognose, die einen Anstieg um 17,5 Tsd. Stellen erwartet hatte.
Ein überraschender Anstieg der Arbeitslosenquote und ein Nettoverlust an Arbeitsplätzen deuten darauf hin, dass der Arbeitsmarkt unter dem Druck der vorherigen Zinserhöhungen endlich nachgibt. Trader könnten ihre Erwartungen an weitere Zinserhöhungen der Reserve Bank of Australia (RBA) schnell zurückschrauben.
S&P Global berichtete, dass der vorläufige Wert des australischen Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe im Mai von 51,3 im April auf 50,3 zurückging. Der Rückgang war im Dienstleistungssektor noch ausgeprägter, wo der Services PMI im Mai von 50,7 im April auf 47,7 sank und damit in den kontraktiven Bereich rutschte. Folglich fiel der Composite PMI im Mai auf 47,8, nach 50,4 im Vormonat.
Das Paar AUD/USD gerät zudem unter Druck, da der US-Dollar (USD) fest bleibt, während Trader die wirtschaftlichen Auswirkungen der Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran sowie die verschärften Drohungen gegen die wichtige Schifffahrtsroute Straße von Hormus beobachten.
Ein Bloomberg-Bericht vom Mittwoch deutete darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump die laufenden Verhandlungen mit Iran als in der Endphase befindlich bezeichnete. Präsident Trump bekräftigte jedoch auch die feste Zusage, militärische Maßnahmen innerhalb von Tagen wieder aufzunehmen, falls Iran seine Bedingungen ablehnt. Als Reaktion darauf betonte der iranische Präsident Masoud Pezeshkian, dass Teheran nicht die Absicht habe, nachzugeben, und erklärte auf der Social-Media-Plattform X, dass der Versuch, eine Kapitulation durch Zwang zu erzwingen, nichts weiter als eine Illusion sei.
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.