West Texas Intermediate (WTI) – der Benchmark-Preis für US-Rohöl – stabilisiert sich nach dem fast 5%igen Rückgang des Vortages angesichts gemischter Signale zu einem möglichen US-Iran-Friedensabkommen. Der Rohstoff notiert derzeit in der Nähe der Marke von 98,30 USD, unverändert zum Tagesverlauf, während Händler auf weitere Entwicklungen im Zusammenhang mit der Nahost-Krise warten.
US-Präsident Trump erklärte am Mittwoch, dass sich die USA in den „Endphasen“ der Gespräche mit Iran befinden, was Hoffnungen auf eine Deeskalation des Iran-Konflikts schürte. Hinzu kam, dass US-Vizepräsident JD Vance ebenfalls einen optimistischen Ton anschlug und erklärte, dass Iran ein Abkommen anstrebe. Dies führte über Nacht zu einem Rückgang der Rohölpreise, wobei der Abwärtstrend jedoch nach Trumps Warnung vor weiteren militärischen Maßnahmen ausgebremst wurde, falls Iran einem Friedensabkommen nicht zustimme.
Als Reaktion darauf kritisierte Iran Trumps Drohung und warnte vor erneuten US- und israelischen Angriffen, wobei betont wurde, dass ein solcher Schritt den Krieg erheblich eskalieren könnte. Zudem bleiben Investoren angesichts großer Meinungsverschiedenheiten über Irans Nuklearprogramm und eines Stillstands in der kritischen Straße von Hormus skeptisch gegenüber einem schwer fassbaren US-Iran-Friedensabkommen. Tatsächlich hat Iran eine neue „Persische Golf-Straßen-Behörde“ ins Leben gerufen, um den Verkehr durch die strategische Wasserstraße zu kontrollieren.
Dies hält den geopolitischen Risikoaufschlag aufrecht und hilft, weitere Verluste bei den Rohölpreisen zu begrenzen. Darüber hinaus berichtete die Energy Information Administration am Mittwoch, dass die US-Rohöl- und Benzinbestände in der vergangenen Woche zurückgingen, da die Nachfrage hoch blieb. Dies macht es ratsam, auf einen starken Anschlussverkauf zu warten, bevor bestätigt wird, dass der Rohstoff kurzfristig seinen Höchststand erreicht hat, und um sich auf eine weitere Abwärtsbewegung zu positionieren.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.