Die Dow Jones-Futures sinken während der europäischen Handelszeit um 0,39% auf unter 46.550, vor der regulären Markteröffnung in den Vereinigten Staaten (US) am Donnerstag. Gleichzeitig fallen die S&P 500- und Nasdaq 100-Futures um 0,40% bzw. 0,44% auf etwa 6.610 bzw. 24.250 zum Zeitpunkt der Berichterstattung.
Die US-Aktien-Futures bewegen sich nach unten, da die Marktstimmung angesichts nachlassender Hoffnungen auf eine Lösung des Nahostkonflikts vorsichtig wird. Iran soll den 15-Punkte-Vorschlag der Vereinigten Staaten zur Beendigung des Krieges abgelehnt und stattdessen fünf Bedingungen formuliert haben, darunter eine garantierte Entschädigung für Kriegsschäden und die souveräne Kontrolle über die Straße von Hormus. Unterdessen teilten die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) in einem Beitrag auf X mit, dass sie eine Reihe von Angriffen auf Isfahan im zentralen Iran durchgeführt haben, was auf eine weitere Eskalation hindeutet.
Die Strategen von TD Securities, Oscar Munoz und Eli Nir, erklärten, die Federal Reserve (Fed) sehe sich gemischten Signalen gegenüber, da der konfliktbedingte Öl-Schock den Ausblick erschwere. Sie stellten fest, dass die US-Wirtschaft uneinheitlich bleibe, wobei Inflations- und Wachstumsdynamiken die Geldpolitik in unterschiedliche Richtungen ziehen. Daher erwarten sie, dass die Fed kurzfristig an der Zinspolitik festhält, während sie Raum für mögliche Zinssenkungen im Jahr 2026 lässt, falls sich die Bedingungen günstig entwickeln.
Die US-Aktien schlossen am Mittwoch jedoch höher. Der Dow Jones stieg um 0,66%, der S&P 500 gewann 0,54% und der Nasdaq 100 legte um 0,77% zu, gestützt durch einen Pullback der Ölpreise. Die Anleger richten nun ihre Aufmerksamkeit auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Reden mehrerer Fed-Vertreter.
Der Dow Jones Industrial Average, einer der ältesten Aktienindizes der Welt, setzt sich aus 30 der am häufigsten gehandelten US-Unternehmen zusammen. Er ist kursgewichtet, was ihm Kritik einbrachte, da er weniger repräsentativ ist als breitere Indizes wie der S&P 500.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) wird von vielen Faktoren beeinflusst. Haupttreiber sind die Unternehmensgewinne, die in den Quartalsberichten der im Index vertretenen Unternehmen offengelegt werden. Auch makroökonomische Daten aus den USA und weltweit tragen zur Anlegerstimmung bei. Zinssätze, die von der Federal Reserve festgelegt werden, haben ebenfalls Einfluss auf den DJIA, da sie die Kreditkosten beeinflussen, auf die viele Unternehmen stark angewiesen sind.
Die Dow-Theorie, entwickelt von Charles Dow, ist eine Methodik zur Identifizierung von Markttrends. Dabei wird die Richtung des Dow Jones Industrial Average (DJIA) und des Dow Jones Transportation Average (DJTA) verglichen. Beide Indizes müssen in dieselbe Richtung tendieren, um einen Trend zu bestätigen. Die Theorie unterscheidet drei Phasen: Akkumulation, öffentliche Teilnahme und Distribution.
Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) kann auf verschiedene Weise gehandelt werden. Eine Möglichkeit sind börsengehandelte Fonds (ETFs), die es Anlegern ermöglichen, den DJIA als einzelnes Wertpapier zu handeln, ohne Aktien aller 30 im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen. Ein bekanntes Beispiel ist der SPDR Dow Jones Industrial Average ETF (DIA). DJIA-Futures-Kontrakte ermöglichen es Händlern, auf den zukünftigen Wert des Index zu spekulieren, während Optionen das Recht bieten, den Index zu einem festgelegten Preis in der Zukunft zu kaufen oder zu verkaufen. Investmentfonds bieten eine diversifizierte Anlagemöglichkeit, indem sie ein Portfolio von DJIA-Aktien abbilden.