Australischer Dollar bleibt nahe Monats-Tief, da geopolitische Risiken und Fed-Wetten den USD stützen

Quelle Fxstreet
  • AUD/USD tritt in eine bärische Konsolidierungsphase nahe dem am Donnerstag erreichten Wochentief ein.
  • Geopolitische Risiken und hawkische Fed-Erwartungen stützen den USD und begrenzen die Spotpreise.
  • Die verhaltene Reaktion auf die hawkischen Äußerungen von RBA Kent untermauert die Aussicht auf weitere Verluste.

Das Währungspaar AUD/USD hat es am Donnerstag schwer, nennenswerte Kursgewinne zu erzielen, und oszilliert in einer engen Range knapp über einem Wochentief, das bereits am Donnerstagvormittag erreicht wurde. Die Spotpreise notieren während der frühen europäischen Sitzung um die Mitte der 0,6900er-Marke, nahezu unverändert zum Tagesverlauf, und bleiben damit in Schlagdistanz zum tiefsten Stand seit Anfang Februar, der am Montag erreicht wurde.

Trotz der Waffenstillstands-Rhetorik von US-Präsident Donald Trump bleibt die globale Risikostimmung fragil, da der Iran öffentlich Verhandlungen bestreitet und erklärt hat, dass es keine Chance auf eine Einigung zwischen den beiden Gegnern gebe. Darüber hinaus lehnte der Iran einen 15-Punkte-Waffenstillstandsvorschlag der USA ab und hat Berichten zufolge umfassende Forderungen gestellt, um den sich ausweitenden Nahostkonflikt zu beenden. Hinzu kommt, dass die Entsendung zusätzlicher US-Truppen in die Region auf das Risiko einer weiteren Eskalation der geopolitischen Spannungen hinweist. Dies stützt weiterhin den Status des US-Dollars (USD) als globale Reservewährung und wirkt als Gegenwind für das Währungspaar AUD/USD.

Unterdessen bleibt die Energieinfrastruktur im Iran unter Druck. Hinzu kommt, dass die faktische Schließung der Straße von Hormus die WTI-Rohölpreise wieder über die Marke von 91,00 USD hebt, was Inflationssorgen schürt und die Wetten auf eine hawkische Haltung großer Zentralbanken, einschließlich der US-Notenbank (Fed), verstärkt. Dies löst wiederum eine neue Aufwärtsbewegung bei den Renditen von US-Staatsanleihen aus und stützt den USD weiter. Dies überschattet die hawkischen Äußerungen des stellvertretenden Gouverneurs der Reserve Bank of Australia (RBA), Christopher Kent, und bietet dem Australischen Dollar (AUD) kaum Unterstützung, was darauf hindeutet, dass der Weg des geringsten Widerstands für die Spotpreise nach unten führt.

In einer Rede in Sydney sagte Kent, dass der Iran-Krieg die finanziellen Bedingungen verschärfe, aber auch die Risiken einer Inflationsspirale erhöhe, weshalb die Entscheidungsträger die Inflation angesichts steigender Energiepreise begrenzen müssten. Kent fügte hinzu, dass das Board die Geldpolitik so gestalten werde, dass eine niedrige, stabile Inflation und Vollbeschäftigung erreicht werden. Unterdessen forderte das chinesische Verteidigungsministerium alle Parteien auf, militärische Aktionen einzustellen, um eine Ausweitung des Krieges zu verhindern, und erklärte, dass das Land an einer Deeskalation arbeiten werde. Die verhaltene Marktreaktion bestätigt die negative Aussichten für das Währungspaar AUD/USD, was darauf hindeutet, dass jede Erholungsversuche als Verkaufsgelegenheit gesehen werden könnten und relativ schnell verpuffen dürften.

Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.

Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.

China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.

Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.

Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.

Haftungsausschluss: Nur zu Informationszwecken. Die bisherige Performance ist kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
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