Heute Morgen wurden Daten zum Lohnwachstum in Japan veröffentlicht, die erneut unsere Skepsis unterstreichen, dass die Bank of Japan (BoJ) die Zinsen in nächster Zeit wieder anheben wird. Die BOJ geht weiterhin davon aus, dass ein robustes Lohnwachstum in Japan zu einer soliden Inländischen Nachfrage führen wird, die die Inflation nahe dem Zielwert halten und der Zentralbank weitere Zinserhöhungen ermöglichen sollte. Allerdings scheint das Lohnwachstum noch nicht mitzuspielen, wie Commerzbank-Devisenanalyst Volkmar Baur feststellt.
„Mit einem Anstieg von 3 % gegenüber dem Vorjahr erscheint das nominale Lohnwachstum robust, doch bei einer Inflation, die derzeit noch über 3 % liegt (getrieben durch Lebensmittelpreise aufgrund von Lieferproblemen), ist das reale Lohnwachstum weiterhin negativ. Real sind die Löhne damit im Jahresvergleich weiter zurückgegangen und liegen derzeit noch rund 4 % unter ihrem Niveau vor der Pandemie.“
„Wir halten es daher weiterhin für schwierig, mit einer robusten Inländischen Nachfrage zu rechnen. Dies gilt insbesondere angesichts der derzeitigen Unsicherheit über die Auswirkungen der US-Zölle auf die japanische Wirtschaft. Vorerst scheint es, dass zumindest die japanischen Automobilhersteller auf die Zölle mit einer Senkung ihrer Exportpreise in die USA reagiert und damit die Zölle absorbiert haben. Dies dürfte die Gewinne der Branche belasten und lässt nichts Gutes für ein anhaltend robustes Lohnwachstum erwarten.“
„Insgesamt glauben wir nicht, dass dies ein Umfeld ist, in dem die Zentralbank die Zinsen in nächster Zeit anheben wird. Der JPY dürfte daher auf seinem derzeitigen niedrigeren Niveau bleiben.“