Gold (XAU/USD) baut auf der Erholung vom Freitag aus dem Bereich um 4.300 USD, oder einem Ein-Wochen-Tief, auf und gewinnt zu Beginn einer neuen Woche etwas positive Anschlussdynamik. Der Rohstoff hat jedoch Mühe, über die Marke von 4.400 USD hinaus von diesem Momentum zu profitieren, und bleibt angesichts gemischter fundamentaler Signale unter seinem am Freitag erreichten höchsten Stand seit dem 5. Juni.
Am Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass die US-Einzelhandelsumsätze im Juli um 0,6% gefallen sind, was den ersten Rückgang seit neun Monaten und den stärksten monatlichen Rückgang seit Mai letzten Jahres markiert. Hinzu kam, dass der Consumer Sentiment Index der University of Michigan im August auf 51 von 55,2 im Vormonat sank. Dies kommt zusätzlich zu Anzeichen einer nachlassenden US-Inflation und dämpft die Erwartungen an eine unmittelbare Zinserhöhung durch die Federal Reserve (Fed) weiter, was den US-Dollar (USD) weiterhin belastet und den zinslosen Edelmetallpreis stützt.
Anleger bleiben jedoch besorgt, dass volatile Energiepreise den Inflationsausblick erschweren und die Fed dazu zwingen könnten, an einer hawkishen Haltung festzuhalten. Darüber hinaus helfen anhaltende geopolitische Unsicherheiten dabei, tiefere Verluste für den sicheren Hafen USD zu begrenzen und das Aufwärtspotenzial des Goldpreises zu deckeln. Finanzminister Scott Bessent sagte, die USA bereiteten wirtschaftliche Maßnahmen gegen den Iran vor, wie sie noch nie gesehen wurden, und zwar bereits in dieser Woche. Dies hält zusammen mit der Pattsituation zwischen den USA und dem Iran die geopolitische Risikoprämie aufrecht und sollte den Greenback stützen.
In anderen Entwicklungen sagte Präsident Donald Trump, er werde die Straße von Hormus bald zum "Gebiet der Vereinigten Staaten" erklären. Unterdessen sagte Irans Außenminister Abbas Araghchi, die USA müssten Teherans Bedingungen zustimmen, damit der Schiffsverkehr durch die Wasserstraße wieder aufgenommen werden könne, und dass derzeit keine Verhandlungen stattfänden. Abgesehen davon bleiben neue ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien unterstützend für höhere Ölpreise und halten Inflationssorgen sowie Wetten auf mindestens eine Zinserhöhung der Fed im Jahr 2026 im Spiel.
Laut dem FedWatch Tool der CME Group preisen Händler weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von rund 65% ein, dass die US-Notenbank die Kreditkosten bis zum Jahresende anheben wird. Dies wiederum rechtfertigt eine gewisse Vorsicht für USD-Bären, bevor sie sich auf eine weitere Aufwärtsbewegung des Goldpreises positionieren, da Händler auf weitere Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs der Fed warten. Daher wird der Fokus weiterhin auf der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls am Mittwoch liegen. Abgesehen davon könnten die eingehenden geopolitischen Schlagzeilen den USD und das Edelmetall beeinflussen.
Aus technischer Sicht mahnen die jüngsten wiederholten Fehlschläge, oberhalb der Marke von 4.400 USD oder des 50%-Retracement-Levels des Rückgangs von April bis Juni Akzeptanz zu finden, zur Vorsicht für XAU/USD-Bullen. Zudem bleibt das Edelmetall unter dem 200-Tage-Simple Moving Average (SMA), wodurch der übergeordnete Ton trotz der jüngsten Erholung gedeckelt bleibt.
Unterdessen tendiert der Relative Strength Index (RSI) bei 64,43 zu bullishem Momentum, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD) im positiven Bereich bleibt. Verbesserte Momentum-Indikatoren deuten jedoch lediglich darauf hin, dass Käufer innerhalb eines weiterhin bärischen, widerstandsreichen Umfelds einen Rebound versuchen.
Dennoch sollte anhaltende Stärke und Akzeptanz oberhalb der Marke von 4.400 USD (50%-Retracement-Level) es dem Goldpreis ermöglichen, den 200-Tage-SMA nahe 4.506 USD und das 61,8%-Fibonacci-Retracement bei 4.509 USD zu testen. Weitere Barrieren liegen beim 78,6%-Fibo-Level bei 4.666 USD und im Bereich des Zyklushochs bei 4.865 USD.
Auf der Unterseite ergibt sich die erste Unterstützung beim 38,2%-Fibo-Retracement bei 4.290 USD, vor dem 23,6%-Level bei 4.154 USD, während ein tieferer Rückgang den strukturellen Boden um den Fibonacci-Anker nahe 3.935 USD freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.