Der Bitcoin blieb am Mittwoch unter Druck und fiel unter die Marke von 76.000 US-Dollar, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen unverändert gelassen hatte.
Der Offenmarktausschuss der Notenbank, das Federal Open Market Committee (FOMC), beließ den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent und verwies auf anhaltende Inflationsrisiken vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, darunter der andauernde Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Obwohl die Entscheidung von den Marktteilnehmern weitgehend erwartet worden war, gab es abweichende Stimmen von drei regionalen Notenbankpräsidenten.
Der Bitcoin hat unterhalb eines wichtigen Widerstandsbereichs nahe 79.000 US-Dollar an Schwung verloren. Dort liegt laut einem Bericht von Glassnode auch der sogenannte True Market Mean in enger Nähe zur Kostenbasis kurzfristiger Anleger. Das Analysehaus erklärte, dass die Abweisung an dieser Marke verstärkte Gewinnmitnahmen ausgelöst habe und zugleich eine unzureichende Kaufnachfrage offenlegte, um den Kurs weiter nach oben zu treiben.
„Die Käuferseite verfügte schlicht nicht über ausreichende Liquidität, um diese Welle an Gewinnmitnahmen aufzunehmen, was die Dynamik begrenzte und die anschließende Abweisung auslöste“, schrieb Glassnode.
Die Dynamik beim Bitcoin lässt nach, da kurzfristig orientierte Anleger Gewinne realisieren. Laut dem Bericht stieg der realisierte Gewinn dieser Gruppe auf rund vier Millionen US-Dollar pro Stunde und lag damit etwa viermal so hoch wie der Durchschnitt seit Mitte April. Dies spiegele eine aggressive Verteilung in steigende Kurse wider. Der Anstieg der realisierten Gewinne habe den Verkaufsdruck im Bereich von 78.000 bis 79.000 US-Dollar verstärkt und zur Ausbildung eines lokalen Hochs beigetragen.
Trotz der Abweisung verwies das Analysehaus auf eine wichtige Unterstützungszone zwischen 65.000 und 70.000 US-Dollar, in der sich in den vergangenen zwei Monaten ein dichtes Akkumulationscluster gebildet habe. Eine unmittelbare strukturelle Unterstützung liege nahe dem Bereich einer Standardabweichung unterhalb des Mittelwerts bei rund 68.000 US-Dollar. Dieses Niveau gelte als entscheidend für die Frage, ob sich der Markt stabilisiert oder in eine tiefere Korrektur übergeht.
Glassnode skizzierte zwei zentrale Szenarien. Im positiven Fall absorbieren Käufer das Angebot und treiben den Kurs in Richtung 84.000 US-Dollar. In einem negativen Szenario könnte ein Rückfall unter 68.000 US-Dollar den Weg für weitere Verluste innerhalb oder unterhalb der Akkumulationszone ebnen.
Zudem verwies das Unternehmen auf eine Erholung beim Spot-Volumenindikator in Richtung eines neutralen Bereichs mit „zeitweiligen Ausschlägen ins Positive“. Dies deute darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlassen könnte, wenngleich eine stärkere Nachfrage erforderlich sei, um den Trend zu bestätigen.
„Auch wenn dies noch kein Hinweis auf eine ausgeprägte Akkumulation ist, signalisiert die Annäherung an ein Gleichgewicht eine verbesserte Spot-Nachfrage und eine geringere Dringlichkeit auf der Verkäuferseite“, ergänzte Glassnode.
Auch die Positionierung im Derivatemarkt deutet auf Vorsicht bei gleichzeitigem Potenzial für eine Gegenbewegung hin. Laut Glassnode zeigen unbefristete Futures eine rekordhohe Netto-Short-Positionierung, wobei die Richtungsprämie auf ein historisch niedriges Niveau gefallen sei, da Absicherungsaktivitäten und der Abbau von Long-Positionen zunehmen.
„Historisch treten derartige Extreme in Phasen erhöhter Unsicherheit auf und gehen häufig Wendepunkten voraus“, erklärte Glassnode.
Nach Einschätzung des Analysehauses könnte eine steigende Spot-Nachfrage oder eine Stimmungsaufhellung bei den aktuellen Derivatepositionen eine Short-Eindeckung auslösen. Die kurzfristige Kursentwicklung des Bitcoin bleibe jedoch ungewiss.
Zum Zeitpunkt der Erstellung wurde der Bitcoin bei 75.751 US-Dollar gehandelt.