Der Silberpreis (XAG/USD) steigt während der europäischen Handelssitzung am Donnerstag um 1,5 % auf nahe 72,35 USD. Das weiße Metall gewinnt an Boden, nachdem es am Mittwoch ein neues Drei-Wochen-Tief bei 70,86 USD markiert hatte.
Die Aussichten für das Edelmetall bleiben ungewiss, da die Federal Reserve (Fed) in der geldpolitischen Erklärung am Mittwoch nach der erwarteten Zinspause im Bereich von 3,50 % bis 3,75 % vor aufwärtsgerichteten Inflationsrisiken warnt.
„Wir bleiben aufmerksam gegenüber Risiken auf beiden Seiten unseres Mandats“, sagte Fed-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz und fügte hinzu: „Der Energieschub hat seinen Höhepunkt noch nicht erreicht.“ Drei stimmberechtigte Mitglieder sprachen sich für eine Abkehr von der Lockerungsneigung aus, da höhere Energiepreise die Inflationserwartungen entankert haben.
Unterdessen hat auch die Spekulation auf Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr nach der hawkischen Haltung der Fed nachgelassen. Laut dem CME FedWatch-Tool sind die Chancen für eine Zinssenkung der Fed in diesem Jahr von 18,4 % am Dienstag auf 3,3 % gefallen.
Theoretisch sind nachlassende hawkische Fed-Wetten ein schlechtes Zeichen für zinslose Anlagen wie Silber.
Zusätzlich zu den nachlassenden hawkischen Fed-Erwartungen belastet eine frische Aufwärtsbewegung des Ölpreises, ausgelöst durch Kommentare des US-Präsidenten Donald Trump, dass Washingtons Marineblockade gegen den Iran verlängert wird, auch die Aussichten für den Silberpreis.
Höhere Ölpreise neigen dazu, die globalen Inflationserwartungen anzutreiben, ein Szenario, das Zentralbanken davon abhält, die Geldpolitik zu lockern, und letztlich die Attraktivität des Silberpreises schmälert.

XAG/USD handelt zum Zeitpunkt der Erstellung bei rund 72,35 USD höher. Der kurzfristige Ton bleibt jedoch bärisch, da der Preis unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei etwa 75,43 USD liegt. Die Divergenz zwischen dem Spotkurs und diesem gleitenden Durchschnitt deutet darauf hin, dass Rallyes anfällig bleiben, während der Relative Strength Index (RSI) bei rund 41 im negativen Bereich, aber noch nicht überverkauft ist, was auf anhaltenden, aber nicht extremen Abwärtsdruck hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am 20-Tage-EMA nahe 75,43 USD, wo ein Tagesschluss darüber erforderlich wäre, um die aktuelle bärische Tendenz zu lockern und den Weg für eine nachhaltigere Erholung in Richtung 80 USD zu ebnen. Bis diese Barriere zurückerobert wird, dürfte das Metall bei Rücksetzern Verkäufen ausgesetzt bleiben. Nach unten könnte der anhaltende Rückgang des Silberpreises sich bis zum Tief vom 7. April bei 68,28 USD ausdehnen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Silber ist ein Edelmetall, das bei Investoren sehr gefragt ist. Es wurde in der Vergangenheit als Wertanlage und Tauschmittel verwendet. Obwohl Silber weniger populär ist als Gold, können Anleger es wegen seines inneren Wertes zur Diversifizierung ihres Anlageportfolios oder als potenzielle Absicherung in Zeiten hoher Inflation nutzen. Anleger können Silber physisch in Form von Münzen oder Barren kaufen oder über Instrumente wie börsengehandelte Fonds handeln, die den Silberpreis an den internationalen Märkten nachbilden.
Der Silberpreis kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden.Geopolitische Instabilität oder die Angst vor einer tiefen Rezession können den Silberpreis aufgrund seines Status als sicherer Hafen in die Höhe treiben, wenn auch in geringerem Maße als Gold. Als Vermögenswert ohne Zinsen steigt der Silberpreis tendenziell, wenn die Zinssätze sinken. Seine Bewegungen hängen auch von der Entwicklung des US-Dollars (USD) ab, der wiederum von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden kann. Ein starker Dollar hält den Silberpreis tendenziell niedrig, während ein schwächerer Dollar den Preis wahrscheinlich nach oben treibt. Andere Faktoren wie die Investitionsnachfrage, das Minenangebot - Silber wird viel häufiger abgebaut als Gold - und die Recyclingquoten können sich ebenfalls auf die Preise auswirken.
Silber wird häufig in der Industrie verwendet, insbesondere in Bereichen wie Elektronik und Solarenergie, wo es eine der höchsten elektrischen Leitfähigkeiten aller Metalle aufweist - höher als die von Kupfer und Gold. Ein Anstieg der Nachfrage kann zu höheren Preisen führen, während ein Rückgang tendenziell zu niedrigeren Preisen führt. Die Dynamik der Volkswirtschaften der USA, Chinas und Indiens kann ebenfalls zu Preisschwankungen beitragen: In den USA und insbesondere in China wird Silber in verschiedenen Prozessen der großen Industriezweige eingesetzt; in Indien spielt auch die Nachfrage der Verbraucher nach dem Edelmetall für Schmuck eine wichtige Rolle bei der Preisbildung.
Der Silberpreis folgt in der Regel den Bewegungen des Goldpreises. Wenn der Goldpreis steigt, folgt der Silberpreis in der Regel diesem Trend, vor allem weil beide als sichere Anlage gelten. Das Gold-Silber-Verhältnis, das angibt, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu erreichen, kann helfen, die relative Bewertung der beiden Metalle zu bestimmen. Einige Anleger halten ein hohes Verhältnis für einen Indikator dafür, dass Silber unterbewertet und Gold überbewertet ist. Umgekehrt könnte ein niedriges Verhältnis darauf hindeuten, dass Gold im Vergleich zu Silber unterbewertet ist.