Ethereum (ETH) ist am Donnerstag unter die Marke von 2.300 US-Dollar gefallen, nachdem die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen und zugleich zunehmende interne Differenzen über mögliche Zinssenkungen signalisiert hat.
Die Entscheidung fiel nach einer gespaltenen Abstimmung im Ausschuss, bei der acht Mitglieder dafür und vier dagegen votierten. Drei regionale Notenbankpräsidenten drängten darauf, den Hinweis auf eine „Lockerungsneigung“ aus der Erklärung der Zentralbank zu streichen. Dies deutet auf wachsenden Widerstand gegen weitere Zinssenkungen hin. Ein solches Umfeld gilt als ungünstig für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen.
Die Entscheidung der Fed fällt in eine Phase, in der Ethereum zunehmendem Verkaufsdruck ausgesetzt ist.
Die Ethereum-Reserve auf Börsen, die die Gesamtmenge der dort gehaltenen Coins misst, zeigt seit Wochenbeginn einen Aufwärtstrend. In den vergangenen drei Tagen stiegen die Bestände um rund 226.000 ETH, was auf wachsenden Verkaufsdruck hindeutet.
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Die steigenden Einzahlungen auf Handelsplattformen spiegeln sich auch in mehreren Transaktionen wider, die vom Smart-Money-Tracker Lookonchain hervorgehoben wurden. Wallets mit Verbindungen zu Fenbushi Capital und Genesis Trading haben in den vergangenen 24 Stunden ETH an Börsen transferiert.
Auffällig ist zudem, dass ein Teilnehmer des ursprünglichen Ethereum-Initial-Coin-Offerings (ICO) 10.000 ETH auf eine neue Wallet verschoben hat, nachdem diese Bestände fast elf Jahre lang unangetastet geblieben waren.
Diese Aktivitäten setzen ein Verteilungsmuster fort, das private Anleger bereits in der vergangenen Woche begonnen hatten, nachdem sie mehr als 750.000 ETH verkauft hatten.
Das Interesse aus den USA lässt parallel zu rückläufigen Staking-Zuflüssen nach. Der Coinbase-Premium-Index, ein Indikator für die Nachfrage US-amerikanischer Investoren, rutschte im betrachteten Zeitraum in den negativen Bereich und signalisiert damit zunehmende Zurückhaltung. Auch börsengehandelte Spot-ETFs auf Ethereum in den USA spiegeln diese Stimmung wider und verzeichneten laut Daten von SoSoValue seit Wochenbeginn zwei Tage in Folge Nettoabflüsse.
Die Schwäche zeigt sich auch im gestakten ETH-Angebot insgesamt, dessen Aufwärtstrend in der vergangenen Woche zum Stillstand kam. In der Folge ging die Menge um rund 140.000 ETH zurück. Gleichzeitig stieg die Warteschlange für Validator-Austritte von unter 1.000 auf über 414.000 ETH, was als negatives Signal gewertet wird.

Allerdings nimmt auch die Warteschlange für neue Validatoren zu und wuchs in der vergangenen Woche um mehr als 600.000 ETH. Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist das auf Ethereum spezialisierte Treasury-Unternehmen BitMine Immersion Technologies (BMNR).
Das Unternehmen hat laut Lookonchain am Dienstag weitere 106.200 ETH gestakt. Bereits am Montag hatte es Bestände von 5,078 Millionen ETH gemeldet, von denen 3,7 Millionen im Staking gebunden waren.
Ethereum Prognose: ETH hat in den vergangenen 24 Stunden Liquidationen im Umfang von 149,7 Millionen US-Dollar verzeichnet, darunter 110,3 Millionen US-Dollar aus aufgelösten Long-Positionen.
Im Tageschart ist der Kurs unter die exponentiellen gleitenden Durchschnitte der vergangenen 20, 50 und 100 Tage bei 2.287, 2.242 und 2.366 US-Dollar gefallen, was kurzfristig ein negatives Bild signalisiert.
Auch die Momentum-Indikatoren stützen diese Korrektur. Der Relative-Stärke-Index (RSI) auf 14-Tage-Basis fiel auf 47 und damit in einen neutral bis schwachen Bereich, während der Stochastik-Oszillator in den überverkauften Bereich rutschte. Dies deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck zwar anhält, sich die Dynamik der Verkäufe jedoch abschwächen könnte.
Auf der Unterseite zeigt sich eine erste Unterstützung im Bereich von 2.211 US-Dollar, gefolgt von einer stärkeren Marke bei 2.107 US-Dollar. Sollte diese unterschritten werden, rücken frühere Unterstützungszonen bei 1.909 und 1.741 US-Dollar in den Fokus.
Auf der Oberseite liegen erste Widerstände an den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 20 und 100 Tage. Ein nachhaltiger Anstieg über die horizontale Hürde bei 2.388 US-Dollar wäre erforderlich, um das derzeit negative Bild zu entschärfen und den Weg in Richtung der nächsten Widerstände bei 2.746 und 3.411 US-Dollar zu öffnen.