Der Goldpreis (XAU/USD) gewinnt am Montag im frühen asiatischen Handel an Fahrt und steigt auf rund 4.625 USD. Das Edelmetall klettert auf den höchsten Stand seit dem 15. Mai, da der Rückkaufstützungsplan des US-Finanzministeriums den US-Dollar (USD) belastet.
US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Donnerstag, die Regierung könne die Anleiherückkäufe über 4 Milliarden Dollar hinaus ausweiten, einen Tag nachdem das Ministerium Pläne vorgestellt hatte, die Rückkäufe länger laufender Wertpapiere zu verdoppeln.
Diese Entwicklung hat die Renditen von US-Staatsanleihen gedämpft und den USD nach unten gezogen. Es ist erwähnenswert, dass Gold in USD bepreist wird, sodass eine schwächere Währung es für ausländische Käufer deutlich günstiger und attraktiver macht.
"Ein großer Faktor ist natürlich die technische Seite... der nächste Schritt ist 4.700 USD, wenn dieses Momentum anhält, aber ich denke auch, dass es stark von einem Rückgang des US-Dollars getrieben wurde," sagte Bart Melek, Global Head of Commodity Strategy bei TD Securities.
Andererseits könnten inflationsbedingte Sorgen aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten die Aussicht auf Zinserhöhungen der Federal Reserve (Fed) in den kommenden Monaten erhöhen. Dies wiederum könnte den Aufwärtstrend des gelben Metalls begrenzen. Gold wird oft als Absicherung gegen Inflation genutzt, wirft jedoch keine Zinsen ab, was es bei hohen Zinssätzen weniger attraktiv macht.
Irans Außenminister Abbas Araghchi wies die Drohung einer neuen Runde US-Wirtschaftssanktionen als "verzweifelten" Trick zurück und sagte laut Reuters, die erwarteten neuen Maßnahmen würden Teheran nicht besiegen. US-Präsident Donald Trump kündigte vergangene Woche eine neue Kampagne an, um den Druck auf die iranische Wirtschaft zu erhöhen, und bezeichnete sie als "die vernichtendste Wirtschaftsoperation, die jemals gegen ein Land unternommen wurde".
Laut TD Securities könnte „das Signal, dass das Treasury den längeren Laufzeitbereich stützen will, für sich genommen bereits ausreichend Unterstützung bieten“, insbesondere für Gold und den breiteren Edelmetallkomplex. Dies wird durch „eine Fed, die bereit ist, über höhere Energiepreise hinwegzusehen“, zusätzlich untermauert, was ihrer Ansicht nach dazu beiträgt, die derzeit höhere Handelsspanne aufrechtzuerhalten und angesichts der sich entwickelnden geldpolitischen Rahmenbedingungen die Tür für weiteres Aufwärtspotenzial offen zu halten, da trendfolgende Ströme darauf reagieren.
Auf dem Tages-Chart weist XAU/USD kurzfristig eine bullische Tendenz auf, da es sich über den 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) und das mittlere Bollinger Band hinaus ausdehnt und damit den breiteren Aufwärtstrend stützt. Allerdings zeigt der jüngste 14-Perioden Relative Strength Index bei 70,81 überkaufte Bedingungen an, was darauf hindeutet, dass das Aufwärtsmomentum überdehnt sein könnte, selbst wenn der Kurs in Richtung des oberen Bollinger Bands steigt.
Auf der Oberseite liegt der unmittelbare Widerstand beim oberen Bollinger Band bei rund 4.675,80 USD, wo bei einem weiteren Anstieg der Käufer frisches Angebot auftreten könnte. Auf der Unterseite ist die erste Unterstützung im aktuellen Kursbereich als erste Bodenbildung zu sehen, gefolgt vom 100-Tage-SMA bei 4.379,39 USD und dem mittleren Bollinger Band bei 4.305,50 USD, während eine tiefere Korrektur das untere Bollinger Band nahe 3.935,20 USD freilegen würde.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.