Die Vereinigten Staaten (US) verhängten am Samstag 50% Zölle auf einige kanadische Produkte, nachdem die Handelsgespräche zwischen den beiden Ländern am Freitag gescheitert waren. Als Reaktion darauf sagte der kanadische Premierminister Mark Carney, dass das Land ab dem 8. September eigene Vergeltungszölle erheben werde, berichtete CNBC.
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, Kanada habe sich geweigert, den Handelsdeal zu den Anfang dieser Woche vereinbarten Bedingungen abzuschließen." Unterdessen sagte Carney in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung, dass man zwar auf eine Einigung hingearbeitet habe, "dieser Fortschritt jedoch nicht ausgereicht hat, um unsere Ziele für die Kanadier zu erreichen", und fügte hinzu, dass "Änderungen in letzter Minute an den von den USA vorgeschlagenen Bedingungen unfair und unwirtschaftlich waren und die Zuverlässigkeit eines jeden Deals infrage stellten."
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt das Paar USD/CAD im Tagesverlauf um 0,22% höher bei 1,3787.
Obwohl sowohl Zölle als auch Steuern staatliche Einnahmen generieren, die zur Finanzierung öffentlicher Güter und Dienstleistungen verwendet werden, gibt es einige wesentliche Unterschiede. Zölle werden im Voraus bei der Einfuhr am Hafen entrichtet, während Steuern beim Kaufzeitpunkt bezahlt werden. Steuern werden Einzelpersonen und Unternehmen auferlegt, während Zölle von Importeuren gezahlt werden.
Unter Wirtschaftswissenschaftlern gibt es zwei unterschiedliche Sichtweisen auf die Nutzung von Zöllen. Einige argumentieren, dass Zölle notwendig sind, um heimische Industrien zu schützen und Handelsungleichgewichte auszugleichen. Andere sehen Zölle als schädliches Instrument an, da sie langfristig die Preise in die Höhe treiben könnten und durch sogenannte „Auge-um-Auge-Zölle“ einen schädlichen Handelskrieg auslösen könnten.
Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen im November 2024 hat Donald Trump deutlich gemacht, dass er Zölle einsetzen will, um die US-Wirtschaft und amerikanische Produzenten zu unterstützen. Im Jahr 2024 machten Mexiko, China und Kanada 42 % der gesamten US-Importe aus. Laut dem US Census Bureau war Mexiko in diesem Zeitraum mit Exporten im Wert von 466,6 Milliarden US-Dollar der wichtigste Handelspartner. Daher plant Trump, sich bei der Verhängung von Zöllen auf diese drei Länder zu konzentrieren. Außerdem möchte er die durch Zölle generierten Einnahmen nutzen, um die Einkommensteuer für Privatpersonen zu senken.