Gold (XAU/USD) erhält am Dienstag frische Kaufimpulse, da Händler auf ermutigende Schlagzeilen über eine mögliche Wiedereröffnung der Straße von Hormus reagieren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts notiert XAU/USD bei rund 4.087 USD und erholt sich damit von einem Intraday-Tief nahe 4.042 USD.
In einem Interview mit CNBC sagte US-Finanzminister Scott Bessent: „Wir stehen mit den Iranern in Gesprächen“, und fügte hinzu: „Es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Vereinbarung erzielen, um die Straße zu öffnen und uns in diesem Konflikt einer normalisierten Lage anzunähern.“
Separat berichtete Al Arabiya unter Berufung auf eine hochrangige Quelle, dass eine Ankündigung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus in Kürze erwartet werde. Eine offizielle Bestätigung wurde jedoch bislang nicht veröffentlicht.
Die jüngsten Entwicklungen hoben die Marktstimmung an und setzten den US-Dollar (USD) sowie die Ölpreise unter Druck. West Texas Intermediate (WTI) fiel in Richtung 75,50 USD und damit auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen.
Niedrigere Ölpreise verringern die Inflationsrisiken und den Druck auf die Federal Reserve (Fed), die Zinssätze anzuheben. Die Bewegung zog zudem die Renditen von US-Staatsanleihen nach unten und bot Gold zusätzliche Unterstützung.
Die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed im September haben sich abgeschwächt, wobei das CME FedWatch Tool die Wahrscheinlichkeit von 67,2% am Vortag auf 57,1% sinken lässt. Höhere Zinssätze belasten in der Regel nicht renditeträchtige Anlagen wie Gold.
Die Kombination aus einem schwächeren US-Dollar und niedrigeren Treasury-Renditen half dem Edelmetall, wieder Boden gutzumachen. Händler könnten jedoch davon absehen, Gold aggressiv weiter nach oben zu treiben, da die Lage weiterhin unklar ist und Teheran bislang weder direkte Gespräche mit Washington noch eine Vereinbarung zur Wiedereröffnung der Straße bestätigt hat.
Unterdessen fielen die US JOLTS Job Openings im Juni von 7,594 Millionen auf 7,359 Millionen und lagen damit leicht unter den erwarteten 7,4 Millionen. Händler warten nun auf die ADP-Beschäftigungsänderung am Mittwoch und die Nonfarm Payrolls (NFP) am Freitag, um klarere Signale zum US-Arbeitsmarkt und zum geldpolitischen Kurs zu erhalten. Schwächere Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed weiter dämpfen und Gold stützen.

Im Tages-Chart konsolidiert sich XAU/USD in neutralem Ton und hält sich über dem 21-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.062 USD, bleibt jedoch weiterhin deutlich unter dem längerfristigen 100-Tage-SMA, der den breiteren Aufwärtstrend begrenzt.
Der Relative Strength Index (RSI) um 49 deutet auf ein ausgeglichenes Momentum hin, während der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator leicht positiv bleibt und auf einen Mangel an klarer Richtungsüberzeugung auf kurze Sicht hindeutet.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand an der horizontalen Barriere bei 4.100 USD, gefolgt von einer höheren Begrenzung bei 4.200 USD vor dem 100-Tage-SMA bei 4.407 USD. Auf der Unterseite ist die nahe Unterstützung um die aktuelle Preiszone zu sehen, wobei der 21-Tage-SMA bei 4.062 USD den kurzfristigen Boden schützt, vor der wichtigeren horizontalen Unterstützung bei 4.000 USD.
(Die technische Analyse dieser Geschichte wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.