TradingKey – Am 12. Juli US-Ostküstenzeit brachen erneut militärische Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran aus, was die Spannungen im Nahen Osten erheblich verschärfte. Jüngsten Berichten zufolge wurde ein Containerschiff nahe der Straße von Hormus angegriffen und geriet in Brand. In der Folge flogen die USA Luftangriffe auf mehrere militärische Ziele im Iran, während der Iran Raketen und Drohnen auf verschiedene militärische Einrichtungen der USA im Nahen Osten abfeuerte, was die militärische Konfrontation zwischen beiden Seiten weiter eskalierte.
Die Zusammenstöße ereigneten sich nach einer kurzen Entspannung der Beziehungen zwischen den USA und dem Iran. Zuvor hatten beide Seiten versucht, die Intensität der militärischen Konflikte durch vorübergehende Vereinbarungen zu verringern und die Wiederaufnahme des normalen Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu fördern. Die jüngste Welle von Angriffen hat jedoch die Aussichten auf entsprechende Abkommen und nachfolgende Verhandlungen erneut mit Unsicherheit behaftet. Der Iran kündigte eine verstärkte Kontrolle über die Meerenge an, während die USA betonten, dass Handelsschiffe die Passage weiterhin passieren könnten, wenngleich die tatsächliche Zahl der die Straße durchquerenden Schiffe erheblich zurückgegangen ist.
Unter dem Eindruck steigender geopolitischer Risiken eröffneten die internationalen Ölpreise im asiatischen Handel am Montag deutlich höher. Zu Beginn des asiatischen Marktes legte die Sorte WTI ( USOIL) um mehr als 4 % zu und erreichte im Tagesverlauf einen Höchststand von 74,66 US-Dollar; die Sorte Brent stieg um über 5 % und markierte im Intraday-Handel eine Spitze bei 79,55 US-Dollar.

Tageschart des WTI-Rohölpreises, Quelle: TradingView
Die Straße von Hormus ist einer der weltweit wichtigsten Korridore für den Energietransport, über den große Mengen an Rohöl und Flüssigerdgas aus der Golfregion auf die internationalen Märkte verschifft werden müssen. Sollte der Konflikt weiter eskalieren und zu einer Behinderung des Tankerverkehrs führen, könnten die Transportkosten für Rohöl, die Versicherungsgebühren und die Risiken von Lieferunterbrechungen weiter steigen, sodass die Sorte Brent die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel erneut testen könnte.
Ob die Ölpreise ihren Aufwärtstrend jedoch behaupten können, bleibt davon abhängig, ob das tatsächliche Angebot beeinträchtigt wird. Wenn der Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht weiter eskaliert und es keine langfristige Unterbrechung der Durchfahrt durch die Meerenge gibt, könnte sich die geopolitische Risikoprämie allmählich verringern, und der Fokus des Marktes wird sich wieder auf die OPEC+-Förderpolitik sowie die weltweiten Aussichten für die Rohölnachfrage verlagern.