Das Paar USD/CAD gewinnt am Montag im asiatischen Handel an Fahrt und steigt auf rund 1,4165, womit die vier Tage andauernde Verlustserie beendet wird. Der US-Dollar (USD) stärkt sich gegenüber dem Kanadischen Dollar (CAD) angesichts anhaltender Spannungen im Zusammenhang mit dem US-Iran-Konflikt. Der US-Verbraucherpreisindex (VPI) für Juni wird am Dienstag im Fokus stehen.
Das US-Militär führte mehrere Angriffe im Iran durch, die darauf abzielten, Teherans Fähigkeit zu „degradieren“, kommerzielle Schiffe in der Straße von Hormus zu stören, so Bloomberg. Die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) startete daraufhin Vergeltungsangriffe mit Drohnen und Raketen auf US-Verbündete im Nahen Osten, darunter Kuwait, Jordanien, Katar, Bahrain und Jordanien.
Am Wochenende erklärte der Iran, dass die Straße von Hormus „bis auf Weiteres“ geschlossen werde. Anzeichen für eskalierende Spannungen im Nahen Osten könnten kurzfristig eine sichere Hafenwährung wie den Greenback gegenüber dem CAD stärken.
Andererseits könnte ein stärker als erwarteter kanadischer Arbeitsmarktbericht den Loonie unterstützen. Am Freitag veröffentlichte Daten von Statistics Canada zeigten, dass die kanadische Wirtschaft im Juni 18,2 Tausend Arbeitsplätze hinzugefügt hat und damit die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt aus dem Vormonat fortsetzt. Diese Zahl folgte auf einen Anstieg von 87,8 Tausend im Mai und lag über dem Marktkonsens von 10 Tausend. Die Arbeitslosenquote sank im Juni auf 6,5 % von 6,6 % im Mai, besser als die erwarteten 6,6 %.
Es wird erwartet, dass die Bank of Canada (BoC) ihren Übernachtzinssatz bei der geldpolitischen Sitzung im Juli am Mittwoch bei 2,25 % belässt und ihn bis weit ins nächste Jahr unverändert lässt, da der Preisdruck weitgehend eingedämmt bleibt und sich die Wirtschaft allmählich erholt, wie eine Reuters-Umfrage ergab.
Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.