Der Goldpreis (XAU/USD) liegt während der europäischen Handelssitzung am Montag um 0,8 % niedriger bei rund 4.140 USD. Das Edelmetall steht unter Verkaufsdruck, da die dreitägige Rallye eine Pause einlegt, nachdem es nicht gelang, über 4.202 USD auszubrechen.
Die Edelmetalle geraten unter Druck, da der US-Dollar (USD) nach einer negativen Woche zurückprallt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber sechs Hauptwährungen misst, 0,22 % höher bei rund 101,10.
Technisch gesehen macht ein stärkerer US-Dollar den Goldpreis für Investoren zu einem ungünstigen Risiko-Rendite-Verhältnis.
Letzte Woche fiel der US-Dollar deutlich, nachdem Händler die hawkishen Zinserwartungen der Federal Reserve (Fed) nach der Veröffentlichung der US-Nonfarm Payrolls (NFP) für Juni leicht zurücknahmen. Der US-NFP-Bericht zeigte, dass die Wirtschaft 57.000 neue Arbeitsplätze schuf, deutlich weniger als die geschätzten 110.000.
Laut dem CME FedWatch-Tool liegen die Chancen, dass die Fed bis Ende September mindestens eine Zinserhöhung vornimmt, bei 53,2 %, nach 59,4 % vor einer Woche.
Die Händler sind jedoch weiterhin zunehmend zuversichtlich, dass es in diesem Jahr eine Zinserhöhung durch die Fed geben wird.
Höhere Zinssätze der Fed verringern die Attraktivität von nicht verzinslichen Anlagen wie Gold.
Außerdem zeigen die jüngsten Äußerungen von Fed-Vorsitzendem Kevin Warsh auf dem Forum der Europäischen Zentralbank (EZB) in Sintra, dass die Beamten sich mehr Sorgen um die Inflation als um den Arbeitsmarkt machen. Warsh sagte auf dem Forum, dass die Inflation weiterhin „zu hoch“ sei, und betonte die Notwendigkeit, die Preisstabilität wiederherzustellen.

XAU/USD notiert niedriger bei rund 4.143,46 USD und behält eine kurzfristig bärische Tendenz bei, da es unter dem 20-Tage-Exponentiellen gleitenden Durchschnitt (EMA) bei etwa 4.171 USD und dem 50-Tage-EMA nahe 4.344 USD bleibt. Das doppelte Cluster der übergeordneten EMAs deutet darauf hin, dass Rallyes wahrscheinlich begrenzt bleiben, solange der Preis unter diesen Trendindikatoren verweilt, wobei der Relative Strength Index (RSI) knapp unter der 50er-Linie pendelt und auf ein gedämpftes bullisches Momentum bei etwaigen Korrekturaufschwüngen hinweist.
Auf der Oberseite ergibt sich der erste Widerstand am 20-Tage-EMA bei rund 4.171 USD, mit einer stärkeren Barriere am 50-Tage-EMA nahe 4.344 USD, wo Verkäufer versuchen könnten, die Kontrolle zurückzugewinnen, falls das Metall eine Erholung ausweitet. Auf der Unterseite könnte der Goldpreis seine Abwärtsbewegung fortsetzen, wenn es nicht gelingt, das Juni-Tief bei 3.941,76 USD zu halten. Ein Bruch unter 3.941,76 USD würde den Goldpreis auf 3.900 USD und anschließend auf das Tief vom 25. September nahe 3.722 USD aussetzen.
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Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.