Gold (XAU/USD) baut die Erholungsbewegung dieser Woche von seinem niedrigsten Stand seit November 2025 aus und gewinnt am Freitag zum dritten Mal in Folge positive Dynamik. Das Edelmetall steigt während der asiatischen Sitzung in die Nähe von 4.200 USD, einem Ein-Winhalb-Wochen-Hoch, und bleibt auf Kurs, erstmals seit fünf Wochen Gewinne zu verzeichnen.
Die Händler reduzierten ihre Wetten auf Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nach der Veröffentlichung schwächer als erwarteter monatlicher US-Beschäftigungsdaten am Donnerstag, was wiederum den zinslosen Goldpreis stützt. Der vielbeachtete US Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht zeigte, dass im Juni nur 57.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, verglichen mit den Konsensschätzungen von 110.000. Zudem wurde der Wert des Vormonats von 172.000 auf 129.000 nach unten revidiert, während die Arbeitslosenquote im Juni leicht auf 4,2 % sank.
Dennoch deuteten die entscheidenden Daten auf eine Abschwächung der Arbeitsmarktbedingungen hin und kamen zusätzlich zu nachlassenden Inflationsängsten angesichts des jüngsten Einbruchs der Rohölpreise, was die Erwartungen an länger anhaltend höhere Zinsen dämpft. Tatsächlich verschoben die Händler ihre Erwartungen von ein bis zwei Fed-Zinserhöhungen im Jahr 2026 auf null bis eine Erhöhung. Dies hält den US-Dollar (USD) nahe einem Zwei-Wochen-Tief, das am Donnerstag erreicht wurde, unter Druck, was die Zuflüsse in Gold weiter antreibt. Allerdings könnte die Unsicherheit über die US-Iran-Gespräche die USD-Verluste begrenzen.
Die New York Times berichtete, dass US-Beamte befürchteten, Israel könnte einen Plan schmieden, um Irans hochrangige Verhandlungsführer während der indirekten Friedensgespräche zu töten. US-Beamte glaubten, dass ein Attentatsversuch die Verhandlungen zum Scheitern bringen und erneute Kämpfe auslösen könnte, so der Bericht. Zudem warnte das iranische Militärhauptquartier, dass jede US-Einmischung in die Straße von Hormus mit einer „entschlossenen und schnellen Reaktion“ beantwortet werde. Dies hält die geopolitische Risikoprämie aufrecht, die den sicheren Hafen Dollar stützen und Gold begrenzen könnte.
Für den weiteren Verlauf wird erwartet, dass die Handelsvolumina am Freitag niedrig bleiben, da die US-Aktien- und Anleihemärkte wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen sind. Dennoch scheint der oben genannte fundamentale Hintergrund fest zugunsten der XAU/USD-Bullen geneigt zu sein und unterstützt die Aussicht auf eine weitere kurzfristige Aufwertung. Daher könnten etwaige korrigierende Rücksetzer gekauft werden und bleiben voraussichtlich begrenzt.
Aus technischer Sicht bestätigt ein Intraday-Ausbruch über den einfachen gleitenden Durchschnitt (SMA) der 100-Perioden und das 23,6% Fibonacci-Retracement des Rückgangs von April bis Juni den kurzfristig konstruktiven Ausblick für den Goldpreis. Dabei bewegt sich der Relative Strength Index (RSI) nahe 68 und nähert sich dem überkauften Bereich. Gleichzeitig bleibt der Moving Average Convergence Divergence (MACD) positiv und steigt. Die Momentum-Indikatoren zusammen deuten auf ein festes, aber potenziell überdehntes bullishes Momentum hin.
Daher könnte jede weitere Aufwärtsbewegung zunächst auf Widerstand nahe dem 38,2% Fibo-Level bei etwa 4.301,41 USD stoßen. Es folgen das 50%-Retracement um 4.411,75 USD und das 61,8%-Level nahe 4.522,09 USD. Weiter oben bilden das 78,6%-Retracement bei etwa 4.679,19 USD und das Zyklus-Hoch bei 4.879,30 USD eine entfernte Obergrenze. Auf der Unterseite wird unmittelbare Unterstützung beim 23,6%-Retracement nahe 4.164,89 USD gesehen, wobei der 100-Perioden-SMA bei rund 4.142,90 USD den zugrundeliegenden Boden verstärkt. Ein tieferer Pullback könnte die breitere strukturelle Basis in Richtung des Ankerpunkts bei 3.944,21 USD freilegen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.