Bitcoin (BTC) sieht sich erneut erhöhten Abwärtsrisiken gegenüber, nachdem die Zuflüsse auf Kryptobörsen auf ein Niveau gestiegen sind, das in diesem Jahr bislang nur selten erreicht wurde. Das könnte auf eine neue Phase erhöhter Marktvolatilität hindeuten, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von CryptoQuant.
Dem Bericht zufolge bleibt die Marke von 60.000 US-Dollar eine entscheidende Unterstützungszone, obwohl Bitcoin zu Wochenbeginn mit einem Rückgang unter 58.000 US-Dollar ein neues Tief im laufenden Bärenmarkt markiert hatte. Sollte diese Unterstützung nachhaltig unterschritten werden, könnte der Kurs in Richtung des realisierten Bitcoin-Preises bei 53.000 US-Dollar fallen.
Die Analysten von CryptoQuant betonen, dass die Bitcoin-Zuflüsse auf Börsen am 30. Juni auf 49.000 BTC gestiegen seien. Ein derart hohes Niveau sei in diesem Jahr bislang lediglich vier weitere Male erreicht worden.

Bitcoin: Börsenzuflüsse (gesamt). Quelle: CryptoQuant
Nach Angaben des Analysehauses folgten auf vergleichbare Zuflussspitzen in der Vergangenheit regelmäßig Phasen deutlich erhöhter Kursschwankungen. Der jüngste Anstieg könnte daher auf einen Stimmungsumschwung am Markt hindeuten, da große Bitcoin-Bestände auf Handelsplattformen transferiert würden.
Neben dem hohen Einzahlungsvolumen habe sich auch die Zusammensetzung der Zuflüsse verändert, so CryptoQuant. Das deute darauf hin, dass zunehmend größere Marktteilnehmer aktiv würden.
„Der Anstieg der Bitcoin-Zuflüsse wird von Einzahlungen großer Marktteilnehmer getragen. Die durchschnittliche Bitcoin-Einzahlung auf Börsen ist von rund 1 BTC auf 2 BTC gestiegen“, schrieb CryptoQuant.
Dem Bericht zufolge erwiesen sich steigende durchschnittliche Einzahlungsgrößen historisch als stärkeres bärisches Signal als hohe Zuflussvolumina allein. Dies spreche eher für eine gezielte Positionierung durch sogenannte Wale und institutionelle Investoren als für gewöhnliche Aktivitäten privater Anleger.
Ähnliche Muster seien in früheren Marktzyklen häufig Vorboten anhaltenden Verkaufsdrucks gewesen.
CryptoQuant weist zudem darauf hin, dass sich der Anstieg der Börseneinzahlungen nicht auf Bitcoin beschränke. Das spreche für eine breitere Schwäche des Marktes für digitale Vermögenswerte.
„Auch die Zuflüsse von Ethereum auf Börsen haben Ende Juni deutlich zugenommen und die Marke von täglich 1,25 Millionen ETH überschritten. Ein derart hohes Niveau geht typischerweise mit verstärktem Verkaufsdruck einher“, heißt es in dem Bericht.

Ethereum: Börsenzuflüsse (gesamt). Quelle: CryptoQuant
Nach Angaben des Unternehmens fielen gleichzeitige Anstiege der Bitcoin- und Ethereum-Einzahlungen in der Vergangenheit häufig mit einer erhöhten Volatilität am gesamten Kryptomarkt zusammen.
Das Muster spreche weniger für eine isolierte Schwäche einzelner Kryptowährungen als vielmehr dafür, dass Anleger ihre Portfolios angesichts makroökonomischer Unsicherheiten und einer eingetrübten Marktstimmung defensiver ausrichteten.
CryptoQuant verwies zudem auf eine zunehmende Aktivität bei Altcoins. Die Zahl der Einzahlungs-Transaktionen auf Börsen sei auf nahezu 45.000 pro Tag gestiegen und habe damit den höchsten Stand seit fast zwei Monaten erreicht.
„Historisch haben starke Anstiege bei Altcoin-Einzahlungen auf Börsen häufig Wendepunkte bei den Kryptopreisen markiert und auf eine bevorstehende Zunahme der Volatilität hingedeutet“, erklärte das Unternehmen.
Ein ähnlicher Anstieg der Altcoin-Einzahlungen war bereits während des vorangegangenen Bitcoin-Rückgangs von rund 82.000 US-Dollar Anfang Mai auf unter 58.000 US-Dollar Ende Juni zu beobachten.
Dem Bericht zufolge markierten wiederholte Anstiege über dieses Niveau historisch häufig Wendepunkte bei den Kryptopreisen und gingen mit Phasen erhöhter Marktvolatilität einher. Dies verstärke die zunehmende Risikoaversion unter den Marktteilnehmern.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notierte Bitcoin bei 61.340 US-Dollar und lag damit binnen 24 Stunden um 2,5 Prozent im Plus.