Gold (XAU/USD) zieht am Freitag zum dritten Mal in Folge Verkäufer an und schwächt sich weiter unter die Marke von 4.200 USD ab, wobei es während der asiatischen Sitzung ein neues Wochentief erreicht. Der US-Dollar (USD) bleibt angesichts der hawkischen Ausrichtung der US-Notenbank (Federal Reserve, Fed) nahe seinem höchsten Stand seit Mai 2025 stabil, was wiederum Kapitalflüsse vom zinslosen Edelmetall wegtreibt. Zudem erweist sich die Unsicherheit rund um die nächste Runde der US-Iran-Verhandlungen als weiterer Faktor, der den Status des USD als Reservewährung stützt und zusätzlichen Druck auf das Rohstoff ausübt.
Die US-Notenbank entschied sich am Ende der ersten Sitzung unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh, den Leitzins in der aktuellen Zielspanne von 3,5 % bis 3,75 % unverändert zu belassen. Der sogenannte Dot Plot zeigte jedoch, dass neun der 19 fest engagierten Fed-Mitglieder der Ansicht sind, den Leitzins in diesem Jahr anheben zu müssen, falls die Inflation hartnäckig bleibt. Darüber hinaus konzentrierten sich Kevin Warshs Äußerungen während der Pressekonferenz nach der Sitzung stark auf die Preisstabilität, was darauf hindeutet, dass die Fed möglicherweise nicht eilig Zinssenkungen vornehmen wird, selbst angesichts eines rückläufigen Wachstums.
Laut dem FedWatch Tool der CME Group rechnen Händler nun mit einer 70%igen Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank im September die Zinsen anheben wird. Dies hält die Renditen von US-Staatsanleihen auf hohem Niveau und stützt den Dollar weiterhin. Unterdessen schwindet der Optimismus, der durch ein vorläufiges US-Iran-Friedensabkommen ausgelöst wurde, da wichtige Streitpunkte zwischen den beiden Ländern ungelöst bleiben. Zudem sagte der US-Vizepräsident JD Vance seine geplante Reise für Gespräche mit dem Iran in der Schweiz ab und erklärte, dass das Treffen noch nicht finalisiert sei. Hinzu kommen israelische Luftangriffe im Libanon, die das US-Iran-Abkommen zu gefährden drohen.
Jegliche Anzeichen einer erneuten Eskalation der Spannungen im Nahen Osten und der Mangel an Fortschritten bei den US-Iran-Verhandlungen könnten den sicheren Hafen USD weiter stärken. Gleichzeitig wird die Liquidität voraussichtlich aufgrund eines US-Bankfeiertags anlässlich des Juneteenth National Independence Day gering bleiben. Dennoch scheint Gold auf dem Weg zu Verlusten in der dritten Woche in Folge zu sein, da der Markt seine Aufmerksamkeit weiterhin auf weitere geopolitische Entwicklungen richtet.
Aus technischer Sicht sprechen die wiederholten Fehlschläge dieser Woche, den 100-Tage-Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA) zu durchbrechen, und der anschließende Rückgang für die Bären bei XAU/USD. Hinzu kommt, dass der Relative Strength Index (RSI) nahe 36 pendelt, was auf eine schwache Nachfrage und nicht auf eine klare Überverkauftheit hinweist. Außerdem bleibt der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator im negativen Bereich, wobei die Linie unter ihrem Signal liegt und das Histogramm gedämpft ist, was auf anhaltenden Abwärtsdruck hindeutet.
Der 200-Tage-EMA bei 4.358,53 USD stellt den ersten bedeutenden Widerstand dar, und die Bullen müssten einen Tagesschlusskurs über diesem Niveau erzielen, um die aktuelle Abwärtsneigung zu mildern und auf eine nachhaltigere Erholungsphase hinzuweisen. Bis dahin bleibt das XAU/USD-Paar anfällig für weitere Rückgänge, wobei frische Verkäufe wahrscheinlich eher durch Momentum als durch eine Reaktion an einem bestimmten technischen Unterstützungsniveau im Tages-Chart getrieben werden.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.