OCBC-Analyst Sim Moh Siong weist darauf hin, dass die Devisenmärkte derzeit in einer Warteschleife verharren, da Anleger auf die Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) warten. Der Rückgang der Ölpreise lindere zwar den Inflationsdruck, das weitere Abwärtspotenzial werde jedoch als begrenzt angesehen. Die US-Notenbank dürfte die Zinsen unverändert lassen und ihre Tendenz zu Zinssenkungen aufgeben. Dem US-Dollar fehle zugleich ein klarer Auslöser für eine nachhaltige Schwäche, weshalb OCBC eine neutrale Haltung beibehalte und Währungsgeschäfte auf Basis relativer Bewertungen bevorzuge.
„Alles wartet auf die Fed: Der Devisenmarkt befindet sich vor der FOMC-Sitzung in einer Halteposition. Das gilt selbst dann, wenn die Ölpreise vor der erwarteten Unterzeichnung des US-Iran-Memorandums am Freitag weiter nachgeben. Brent-Öl ist unter 80 US-Dollar je Barrel gefallen und liegt damit unter vielen Prognosen von Analysten für das Jahresende.“
„Das weitere Abwärtspotenzial beim Ölpreis könnte begrenzt sein. Selbst wenn die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet wird, dürfte die Normalisierung Zeit in Anspruch nehmen. Die Räumung von Minen, die Wiederaufnahme des Versicherungsschutzes, das Hochfahren stillgelegter Förderkapazitäten und vorsorgliche Lageraufstockungen sollten das Tempo eines weiteren Preisrückgangs bremsen.“
„Die Fed dürfte die Zinsen zum vierten Mal in Folge unverändert lassen. Wir erwarten, dass der FOMC mit einstimmiger Unterstützung seine Tendenz zu einer lockereren Geldpolitik aufgibt. Fed-Chef Warsh wird voraussichtlich auf die hartnäckige Inflation und den robusteren Arbeitsmarkt hinweisen, ohne jedoch eine klare geldpolitische Richtung vorzugeben.“
„Angesichts der sinkenden Ölpreise kann es sich die Fed leisten, geduldig zu bleiben, sofern sich dieser Trend fortsetzt.“
„Die Argumente für eine anhaltende Schwäche des US-Dollars bleiben begrenzt. Wir bleiben gegenüber dem Dollar neutral eingestellt und bevorzugen Chancen bei Währungskreuzen.“