Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Mittwoch im asiatischen Handel auf rund 4.465 USD. Das Edelmetall setzt den Rückgang angesichts der Unsicherheit rund um das Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten (US) und Iran fort.
Iran drohte Berichten zufolge am Montag mit einem vollständigen Rückzug aus den Friedensgesprächen wegen der Angriffe Israels im Libanon. US-Präsident Donald Trump sicherte einen erneuten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah zu und betonte, dass die Gespräche mit dem Iran weiterhin aktiv seien.
Unterdessen erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag, dass die USA die Sanktionen gegen den Iran nicht aufheben werden im Austausch für eine vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Er fügte hinzu, dass jegliche Sanktionserleichterungen davon abhängig seien, dass der Iran auf angereichertes Uran verzichtet.
„Der Optimismus bezüglich der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, die auf die Beendigung der Pattsituation in der Straße von Hormus abzielen, ist am Wochenende verflogen“, sagte Ricardo Evangelista, Analyst bei ActivTrades. „Infolgedessen sind die Energiepreise gestiegen, was die Inflationssorgen wiederbelebt und die hawkischen Erwartungen an die Federal Reserve verstärkt hat“, fügte er hinzu.
Die Händler bereiten sich auf die US-Arbeitsmarktdaten für Mai vor, die am Freitag veröffentlicht werden. Der Bericht könnte den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank (Fed) kurzfristig beeinflussen. Es wird erwartet, dass die Daten einen Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen im Mai zeigen und keine Veränderung der aktuellen Arbeitslosenquote von 4,3 % aufweisen. Jegliche Anzeichen einer Schwächung des US-Arbeitsmarktes könnten den US-Dollar (USD) belasten und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.