West Texas Intermediate (WTI) – der maßgebliche US-Rohölpreis – wird am Freitag zum dritten Mal in Folge mit negativem Bias gehandelt und notiert während der asiatischen Sitzung um die Marke von 87,00 USD, nahe einem Einmonatstief, das am Vortag erreicht wurde.
Berichte, dass die USA und Iran eine Vereinbarung zur Verlängerung des laufenden Waffenstillstands um 60 Tage getroffen haben, schüren Hoffnungen auf die Wiedereröffnung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Dies trägt dazu bei, die Sorgen über die größte Versorgungsunterbrechung der Geschichte zu mildern und erweist sich als Schlüsselfaktor, der die Rohölpreise belastet. Dennoch bleiben die USA und Iran in Bezug auf Teherans Nuklearprogramm uneinig, was die Hoffnungen auf einen möglichen Friedensvertrag dämpft und als Gegenwind für das schwarze Gold wirkt.
Aus technischer Sicht behalten die Rohölpreise kurzfristig eine bärische Tendenz bei, gestützt durch die jüngsten wiederholten Fehlschläge nahe der Marke von 106,00 USD und den Ausbruch dieser Woche unter den 50-Tage Simple Moving Average (SMA). Zudem scheint der Rohstoff nun eine Akzeptanz unterhalb des 50% Fibonacci-Retracements des Anstiegs nach dem Iran-Krieg gefunden zu haben, was den negativen Ausblick bestätigt und die Annahme einer Fortsetzung des in den letzten zwei Wochen beobachteten Rückgangs stützt.
Unterdessen liegt der Relative Strength Index (RSI) nahe 40, was zusammen mit einem negativen Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Histogramm ein nachlassendes Momentum signalisiert, statt eines unmittelbaren Erholungsversuchs. Das 61,8% Fibonacci-Retracement bei 82,75 USD könnte jedoch die erste bedeutende Unterstützung für die Rohölpreise bieten. Ein überzeugender Bruch unter diese Marke würde den Weg für einen tieferen Rücksetzer in der aktuellen bärischen Sequenz ebnen.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand am zurückeroberten 50,0% Fibonacci-Retracement bei 88,56 USD, mit einem dichteren Widerstandsbereich zwischen dem 38,2% Retracement bei 94,36 USD und dem 50-Tage SMA bei 94,91 USD, vor dem höheren 23,6% Retracement bei 101,55 USD.
(Die technische Analyse dieser Meldung wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.