Gold (XAU/USD) hat Schwierigkeiten, die solide Erholung vom Vortag aus dem Bereich von 4.367-4.366 USD, dem niedrigsten Stand seit dem 27. März, zu nutzen, und schwankt während der asiatischen Sitzung am Freitag in einer engen Spanne. Das Edelmetall notiert derzeit um die psychologische Marke von 4.500 USD und bleibt damit im Tagesverlauf nahezu unverändert, da Händler weitere Entwicklungen rund um das US-Iran-Friedensabkommen abwarten, bevor sie neue Richtungswetten eingehen.
Axios berichtete unter Berufung auf zwei US-Beamte, dass die USA und der Iran einen Entwurf für eine Verlängerung des laufenden Waffenstillstands um 60 Tage erreicht haben. Dies mildert die Befürchtungen einer langanhaltenden Unterbrechung der Ölströme durch die Region und hält die Rohölpreise nahe dem Monatstief gedrückt, was die Erwartungen an Zinserhöhungen dämpft. Darüber hinaus untergräbt der jüngste Optimismus den Status des US-Dollars (USD) als Reservewährung, was wiederum als Rückenwind für den Goldpreis gesehen wird.
Gleichzeitig bedarf der jüngste Friedensvorschlag noch der endgültigen Zustimmung von US-Präsident Donald Trump. Zudem bleiben Investoren angesichts erheblicher US-Iran-Differenzen über das Atomprogramm Teherans und die Straße von Hormus skeptisch gegenüber einem Abkommen zur Beendigung des drei Monate andauernden Krieges. Darüber hinaus dürfte eine mögliche Wiederaufnahme offener Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran die Marktenthusiasmus dämpfen. Dies sollte wiederum dazu beitragen, tiefere USD-Verluste zu begrenzen und Gewinne beim Gold einzudämmen.
Die USD-Bären zeigen sich ebenfalls zögerlich angesichts eines Anstiegs der US-Inflation mit der schnellsten Rate seit drei Jahren, die vor allem durch höhere Energiekosten aufgrund des Nahostkonflikts getrieben wird. Tatsächlich berichtete das US Bureau of Economic Analysis (BEA) am Donnerstag, dass der Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im April auf eine jährliche Rate von 3,8 % von zuvor 3,5 % beschleunigt hat. Zudem stieg die Kernrate, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, wie erwartet um 3,3 %.
Die Daten untermauerten die Erwartungen, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen länger hoch halten muss, um ein Abbremsen des Wirtschaftswachstums auszugleichen. Die vorläufige Schätzung ergab, dass das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2026 mit einer annualisierten Rate von 1,6 % zulegte. Dies war eine Abwärtskorrektur gegenüber der vorläufigen Schätzung von 2,0 %. Die Händler scheinen jedoch überzeugt, dass die Fed angesichts der hartnäckigen Inflation bis Ende dieses Jahres die Kreditkosten erhöhen wird.
Nach dem FedWatch Tool der CME Group schreiben Händler derzeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) durch die Fed im Jahr 2026 eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 % zu. Dies erfordert wiederum Vorsicht, bevor auf einen signifikanten Rückgang des USD gesetzt und aggressive bullische Wetten auf das nicht verzinsliche Gold eingegangen werden.
Das Währungspaar XAU/USD zeigte am Donnerstag unterhalb eines technisch bedeutenden 200-Tage Simple Moving Average (SMA) eine gewisse Widerstandsfähigkeit und erholte sich gut vom unteren Rand eines kurzfristigen absteigenden Kanals. Dies hält den übergeordneten Aufwärtstrend intakt, wenngleich das Ausbleiben von Anschlusskäufen Vorsicht bei bullischen Händlern gebietet.
Der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator befindet sich derweil im negativen Bereich, und der Relative Strength Index (RSI) bei rund 42 deutet auf ein gedämpftes, noch nicht überverkauftes Abwärtsmomentum hin. Zudem hält sich das Edelmetall gut unter dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) bei 4.627,51 USD und der Hürde des absteigenden Kanals um 4.667,32 USD, was eine bärische, begrenzte Stimmung aufrechterhält.
Auf der Unterseite bietet der längerfristige 200-Tage-SMA bei 4.405,20 USD unmittelbare Unterstützung, gefolgt vom Boden des Kanals nahe 4.348,84 USD. Ein nachhaltiger Bruch letzterer Marke würde die aktuelle bärische Tendenz verstärken und den Weg für eine tiefere Korrekturphase öffnen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.