West Texas Intermediate (WTI)-Rohöl steigt am Dienstag um mehr als 3 %, da nachlassende Hoffnungen auf ein baldiges Ende des US-Iran-Kriegs weiterhin Sorgen über Versorgungsunterbrechungen durch die Straße von Hormus schüren. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird WTI bei rund 98,38 USD pro Barrel gehandelt und hält sich über der Mitte seiner kriegsbedingten Handelsspanne.
Die US Energy Information Administration (EIA) erklärte in ihrem jüngsten STEO-Bericht, dass der globale Ölhandel und die Produktion möglicherweise erst Ende 2026 oder Anfang 2027 wieder das Vorkriegsniveau erreichen werden. Die Behörde geht davon aus, dass die Straße von Hormus bis Ende Mai geschlossen bleibt, bevor sie im Juni allmählich wieder geöffnet und später im Jahr 2026 normalisiert wird. Die EIA warnte außerdem, dass die Rohölpreise um weitere 20 USD pro Barrel über den aktuellen Prognosen steigen könnten, falls die Straße bis Ende Juni geschlossen bleibt.
Unterdessen zeigte eine am Montag veröffentlichte Reuters-Umfrage, dass die OPEC-Ölproduktion im April auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten gefallen ist.
Die US-Iran-Verhandlungen bleiben wegen Irans Nuklearprogramm und der Kontrolle über die Straße von Hormus blockiert, wobei US-Präsident Donald Trump warnt, dass der Waffenstillstand „auf massivem Lebenserhalt“ stehe.
Reuters berichtete am Dienstag, dass Iran seine Definition der Straße von Hormus auf ein „weites Operationsgebiet“ ausgeweitet hat, das deutlich größer ist als vor dem Iran-Krieg, so ein ranghoher Offizier der Marine der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC). Fars und Tasnim berichteten, dass die operative Breite der Straße von zuvor geschätzten 20-30 Meilen auf 200 bis 300 Meilen ausgeweitet wurde.
Dieser Schritt hat die Befürchtungen verstärkt, dass Iran versucht, seine Kontrolle über den strategischen Engpass zu verschärfen, der etwa 20 % der weltweiten Öltransporte abwickelt, und somit das Risiko langanhaltender Versorgungsunterbrechungen erhöht. Dies hält eine starke geopolitische Risikoprämie auf den Ölmärkten aufrecht, wobei WTI seit Beginn des Nahost-Kriegs um mehr als 40 % gestiegen ist.
Im Tageschart behält WTI US-Öl eine konstruktive bullische Tendenz bei, da es sich deutlich über dem 50-Tage Simple Moving Average (SMA) hält und komfortabel über den längerfristigen 100-Tage- und 200-Tage-SMAs bei etwa 77 USD bzw. 69 USD notiert.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) bei rund 54 deutet auf ein moderates, nicht überkauftes Aufwärtsmomentum hin, während der gedämpfte Average Directional Index (ADX) nahe 18 darauf hindeutet, dass der jüngste Anstieg innerhalb eines relativ schwachen Richtungs-Trends verläuft, obwohl die Volatilität laut Average True Range (ATR) erhöht bleibt.
Auf der Unterseite bietet der 50-Tage-SMA bei 93 USD unmittelbaren technischen Halt, mit zusätzlicher Nachfrage in der vorherigen horizontalen Unterstützungszone nahe 85,00 USD, bevor tiefere mittelfristige Böden am 100-Tage-SMA bei 77,37 USD und am 200-Tage-SMA bei 69,14 USD ins Spiel kommen.
Solange WTI über diesen gestapelten gleitenden Durchschnittsunterstützungen bleibt, werden Rücksetzer wahrscheinlich als korrigierende Pausen innerhalb des breiteren Aufwärtstrends betrachtet und nicht als entscheidende Trendwende.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt.)
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.