Der leitende Makrostratege bei Rabobank, Bas van Geffen, weist darauf hin, dass Brent-Terminkontrakte über die Marke von 112 US-Dollar gestiegen sind. Hintergrund sei die anhaltende Schließung der Straße von Hormus sowie festgefahrene Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Zudem näherten sich die Terminpreise den physischen Ölpreisen an. An den kurzfristigen Angebots- und Nachfrageverhältnissen ändere sich jedoch nichts, solange der Krieg mit dem Iran andauere und die wichtige Schifffahrtsroute geschlossen bleibe. Spielraum für eine Ausweitung der Fördermengen durch die Vereinigten Arabischen Emirate sei daher begrenzt.
„Die Brent-Terminkontrakte haben die Marke von 112 US-Dollar je Barrel überschritten, nachdem bekannt wurde, dass US-Präsident Donald Trump den Vorschlag des Iran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus abgelehnt hat. Quellen von CNN zufolge wird erwartet, dass der Iran in den kommenden Tagen einen überarbeiteten Vorschlag vorlegt.“
„Kurz gesagt: Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten stecken weiterhin fest – ähnlich wie die Schiffe, die im Persischen Golf festsitzen. Und die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Offensive, die die Pattsituation rasch auflösen könnte, scheint gesunken zu sein.“
„Da kein Ende der Schließung der Straße von Hormus absehbar ist, nähern sich die Terminpreise zunehmend den physischen Preisen an.“
„Wie unsere Energiestrategen jedoch betonen, ändert dies nichts an der kurzfristigen Angebots- und Nachfragesituation. Erst wenn der Iran-Krieg endet und die Straße von Hormus wieder geöffnet wird, kann über eine Ausweitung der Ölproduktion durch die Vereinigten Arabischen Emirate gesprochen werden.“