Gold-Rutsch unter 4.700 Dollar: Margin-Calls und Gewinnmitnahmen erzwingen den Ausverkauf

Autor: Mitrade Team
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  • Der Einbruch: Gold verliert 2,70 % und fällt im asiatischen Handel auf 4.680 Dollar – Händler liquidieren Positionen.

  • Der Domino-Effekt: Fallende Tech-Aktien und erneut erhöhte CME-Margen zwingen Investoren, Gold zu verkaufen, um Liquidität zu beschaffen.

  • Risiko-Abbau: Die anstehenden US-Iran-Gespräche im Oman senken die geopolitische Risikoprämie.

Der Goldpreis (XAU/USD) ist am Freitag unter massiven Abgabedruck geraten. Im frühen asiatischen Handel sackte das Edelmetall um 2,70 Prozent ab und notiert derzeit im Bereich von 4.680 US-Dollar. Was auf den ersten Blick wie eine normale Korrektur aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ein klassischer "Liquiditäts-Crunch".

Wenn Gold zu Bargeld gemacht werden muss

Der Hauptgrund für den Preissturz ist technischer Natur.

  1. CME zieht die Zügel an: Die CME Group, der weltweit größte Marktplatz für Derivate, hat die Initial-Margin-Anforderungen für Gold- und Silber-Futures erneut angehoben. Das bedeutet: Händler müssen mehr Eigenkapital hinterlegen, um ihre Positionen zu halten. Wer das nicht kann, muss verkaufen.

  2. Notverkäufe wegen Tech-Crash: Parallel dazu geraten Technologieaktien unter Druck. Händler, die dort Verluste erleiden, sind gezwungen, ihre profitablen Gold-Positionen aufzulösen, um Nachschussforderungen ("Margin Calls") im Aktienportfolio zu bedienen. In solchen Phasen korreliert Gold oft kurzzeitig positiv mit Aktien – beide fallen, weil Cash benötigt wird.

Geopolitik: Die Angst weicht der Diplomatie

Fundamental belastet zudem die Hoffnung auf Entspannung. Die Bestätigung, dass US-amerikanische und iranische Beamte am Freitag im Oman zu Gesprächen zusammenkommen, hat dem Markt die "Kriegsangst" genommen. Die geopolitische Risikoprämie, die den Kurs zuletzt stützte, wird ausgepreist.

Trump und die Fed: Ein zweischneidiges Schwert

Einzig die Debatte um die US-Notenbank bietet dem Goldpreis noch einen theoretischen Halt. US-Präsident Donald Trump sorgte am Donnerstag für Aufsehen mit der Aussage, er hätte Kevin Warsh nicht nominiert, wenn dieser Zinserhöhungen angestrebt hätte. Dies schürt am Markt erneut Zweifel an der Unabhängigkeit der Fed. Normalerweise würde dies den US-Dollar schwächen und Gold stärken – doch angesichts des massiven Liquidierungsdrucks spielt dieses Argument am heutigen Freitag nur eine untergeordnete Rolle.

Investoren blicken nun auf das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, das im späteren Handelsverlauf veröffentlicht wird, um neue Impulse zu erhalten.

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