Der Goldpreis (XAU/USD) handelt im frühen asiatischen Handel am Dienstag mit leichten Verlusten nahe 5.000 USD. Das Edelmetall setzt den Rückgang fort, da die Hoffnungen schwinden, dass die US-Notenbank (Fed) in diesem Jahr die Zinssätze senken wird. Alle Augen werden auf die Zinsentscheidung der Fed am Mittwoch gerichtet sein.
Die Ölpreise blieben angesichts steigender Spannungen im Nahen Osten über 100 USD pro Barrel, da der US-israelische Krieg gegen den Iran in die dritte Woche geht. Die Befürchtungen, dass die steigenden Rohölpreise zu einem Anstieg der Inflation führen werden, haben die Erwartungen an Zinssenkungen in naher Zukunft gedämpft. Dies könnte wiederum einen Verkaufsdruck auf ein zinsloses Asset ausüben.
"Mit höheren Ölpreisen kommt höhere Inflation. Wenn wir höhere Inflation haben, werden die Zentralbanken nicht so motiviert sein wie vor sechs Monaten, die Zinsen zu senken, was negativ für die Goldpreise ist," sagte Bob Haberkorn, Senior Market Strategist bei RJO Futures.
Die US-Notenbank wird allgemein erwartet, dass sie den Leitzins bei ihrer bevorstehenden Sitzung im März am Mittwoch im aktuellen Bereich von 3,50%–3,75% stabil hält. Analysten glauben, dass die Fed die Zinsen 2026 erneut senken wird. Die Anzahl und die Höhe dieser Zinssenkungen bleiben jedoch abzuwarten.
Händler im Fed Funds Futures-Markt haben sogar eine Zinssenkung im September vom Tisch genommen und sehen nun nur eine im Dezember, so das CME FedWatch Tool.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.