XAU/USD drehte sich am Montag in einem flachen Kreis und pendelte sich nahe 5.000 in einer relativ ruhigen Sitzung ein, nachdem es in der letzten Woche einen starken Rückgang von den Höchstständen gegeben hatte. Gold hat sich signifikant von seinem Spike-Hoch nahe 5.600 zurückgezogen, das während der Störung im Hormuz erreicht wurde, wobei die runde Zahl von 5.000 nun als unmittelbare psychologische Unterstützung fungiert. Die kleine Kerze mit geringem Körper an diesem Niveau am Montag deutet darauf hin, dass der Markt in einer Abwartemodus ist, anstatt sich zu weiteren Verkäufen zu verpflichten.
Der Rückzug von Spot-Gold von dem Spike-Hoch bei 5.600 spiegelt eine allmähliche Abkühlung der Angstprämie wider, die die Preise auf Rekordhöhen trieb, als die Schließung des Hormuz einen erheblichen Teil des globalen Seetransport-Ölangebots vom Markt nahm. Mit diplomatischen Kanälen, die erste Anzeichen von Fortschritt zeigen, und dem nachlassenden anfänglichen Schock haben sich die Zuflüsse in sichere Häfen moderiert, was Druck auf Gold ausübt, zusammen mit fallenden Rohölpreisen. Die Käufe von Zentralbankreserven und die strukturelle Nachfrage asiatischer Institutionen bieten weiterhin eine Unterstützung, obwohl das Tempo der Zuflüsse seit dem Panik-Hoch langsamer geworden ist.
Die Zinssatzentscheidung der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch ist der entscheidende kurzfristige Katalysator, wobei die Märkte eine Beibehaltung bei 3,75 % erwarten. Das begleitende SEP-Update und die Pressekonferenz von Vorsitzendem Powell werden genau beobachtet, um mögliche Änderungen im Zinspfad zu erkennen, angesichts des inflationsbedingten Risikos durch die hohen Energiepreise aufgrund der Angebotsstörung. Höhere Zinserwartungen würden Gold unter Druck setzen, indem sie die realen Renditen und den US-Dollar (USD) anheben, während jedes dovishe Signal die Rallye neu entfachen könnte.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.