West Texas Intermediate (WTI), die US-amerikanische Rohöl-Benchmark, wird am Dienstag während der frühen europäischen Handelsstunden um 61,60 USD gehandelt. Der WTI-Preis fällt nach Berichten, dass die Vereinigten Staaten (US) und der Iran am Freitag Gespräche aufnehmen würden.
Reuters berichtete am Montag, dass der Iran und die USA am Freitag in der Türkei die nuklearen Gespräche wieder aufnehmen werden. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der iranische Außenminister Abbas Araqchi werden sich treffen, um zu versuchen, die Diplomatie über einen langanhaltenden Streit über das iranische Atomprogramm wiederzubeleben und die Sorgen über einen neuen regionalen Krieg zu verringern.
Händler werden die Entwicklungen rund um die US-Iran-Verhandlungen genau beobachten. Eine Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran, dem viertgrößten Rohölproduzenten der OPEC, könnte den WTI-Preis kurzfristig belasten.
"Die volatilen Preisbewegungen von Öl, die in den letzten vier Wochen zu beobachten waren, wurden durch den geopolitischen Risikoaufschlag beeinflusst, der mit der expansiven Außenpolitik der aktuellen US-Regierung verbunden ist, insbesondere den 'on-off'-Drohungen gegenüber dem Iran," sagte der leitende Marktanalyst von OANDA, Kelvin Wong.
US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, dass er die Zölle auf Indien auf 18% senken werde, nachdem Premierminister Narendra Modi zugestimmt hatte, kein russisches Öl mehr zu kaufen. Diese Schlagzeile könnte helfen, die Verluste des WTI zu begrenzen, da Indien einer der größten Rohölimporteure der Welt ist. Niedrigere Zölle könnten die Erwartungen an die Ölnachfrage stützen.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.