Gold (XAU/USD) steht am Freitag unter starkem Verkaufsdruck und gibt alle Gewinne zurück, die zu Beginn der Woche erzielt wurden, da extreme Volatilität zu einer breiten Liquidation gehebelter Positionen führt. In der Zwischenzeit sichern sich Händler auch Gewinne auf erhöhten Preisniveaus. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei etwa 5.130 USD gehandelt, nachdem am Donnerstag ein neues Allzeithoch von fast 5.600 USD erreicht wurde.
Das Metall ist am Tag um fast 5,0% gefallen, nachdem es zuvor in der europäischen Sitzung um fast 8% gesunken war. Der Ausverkauf nahm an Fahrt auf, als die Märkte eine weniger dovish Federal Reserve (Fed) einpreisten, nachdem Berichte besagten, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh als führender Kandidat für die Nachfolge von Vorsitzendem Jerome Powell, dessen Amtszeit im Mai endet, gilt.
Investoren betrachten Warsh als eine hawkischere und marktfreundlichere Wahl als andere potenzielle Kandidaten. Dies hat die Befürchtungen vor aggressiven Zinssenkungen unter Trumps Wahl für die Rolle gemildert, trotz seiner wiederholten Forderungen nach niedrigeren Zinssätzen.
Dies wiederum hob den US-Dollar (USD) und die Staatsanleihenrenditen an, was den Abwärtsdruck auf Gold verstärkte. Dennoch bleibt Gold auf Kurs für den stärksten monatlichen Gewinn seit 1980, mit einem Anstieg von fast 18%, unterstützt durch die Nachfrage nach sicheren Anlagen angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen und breiterer wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.