Silber nahe 109 Dollar: Shutdown-Risiko, Fed-Unsicherheit und Zollrhetorik stützen Safe-Haven-Nachfrage

Autor: Mitrade Team
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  • XAG/USD setzt am Dienstag seine vier­tägige Gewinnserie fort und handelt in der Asien-Session um $108.90.

  • Treiber sind wachsende politische Risiken in den USA (Shutdown-Frist 30. Januar) sowie die Unsicherheit vor der FOMC-Entscheidung am Mittwoch.

  • Zusätzliche Unterstützung kommt aus der Handelspolitik: Trump stellte höhere Zölle auf Südkorea (25% statt 15%) in Aussicht und erneuerte die Drohung mit 100% Zöllen gegen Kanada im Zusammenhang mit einem möglichen China-Deal.

Silber bleibt gefragt, obwohl die jüngste Aufwärtsbewegung zuletzt kurz ins Stocken geraten war. Der Markt handelt derzeit weniger „metallspezifisch“ als vielmehr im Modus Risikoabsicherung: Nachrichten aus Washington, die geldpolitische Großwetterlage und eine erneut schärfer klingende Zollkommunikation sorgen für eine defensive Positionierung – und damit für Rückenwind bei klassischen Safe-Haven-Assets.

Washington als Preistreiber: Shutdown-Szenario rückt näher

Im US-Kongress wächst der Druck, eine Teil-Schließung der Regierung abzuwenden. Hintergrund ist der Haushaltsstreit, nachdem Senatsdemokratenführer Chuck Schumer angekündigt hat, ein Finanzierungspaket abzulehnen, das auch Mittel für das Department of Homeland Security umfasst. Die Frist, um einen Shutdown zu verhindern, liegt beim 30. Januar.

Fed im Fokus: Powell-Nachfolge und FOMC-Entscheid als Volatilitätsrisiko

Parallel bleibt die Geldpolitik ein zweiter, mindestens ebenso wichtiger Treiber. Trump hatte angekündigt, „bald“ seinen Kandidaten für die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell zu benennen – Spekulationen über einen künftig dovisheren Kurs nähren erneut Zinssenkungsfantasien. Der Markt richtet den Blick nun auf die Fed-Entscheidung am Mittwoch, die für Dollar und Edelmetalle den nächsten Impuls liefern dürfte.

Zölle und Handelspolitik: Südkorea und Kanada rücken ins Zentrum

Auch die Handelspolitik liefert neue Reibung: Trump warnte, die Zölle auf Waren aus Südkorea könnten von 15% auf 25% steigen – er begründete das mit Verzögerungen bei der parlamentarischen Zustimmung zu einem Handelsabkommen.
Zudem verwies er auf die Möglichkeit von 100% Zöllen gegen Kanada, falls Ottawa ein Handelsabkommen mit China schließen sollte. Kanadas Premier Mark Carney sagte am Sonntag, Kanada plane keinen Freihandelsdeal mit Peking.

„Debasement“-Narrativ: Rotation in Sachwerte unterstützt Edelmetalle

Silber profitiert laut Markterzählung zusätzlich von Umschichtungen in „reale Werte“, während Anleger auf zunehmende fiskalische Belastungen in großen Volkswirtschaften blicken. In diesem Umfeld reichen oft schon kleine neue Unsicherheitsfaktoren, um Safe-Haven-Flows zu verstärken. 

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