Der Silberpreis (XAG/USD) zieht während der asiatischen Handelsstunden am Dienstag einige Verkäufer an und liegt bei etwa 93,60 USD. Das Edelmetall gibt nach, da einige Gewinnmitnahmen nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs in der vorherigen Sitzung stattfinden. Die Nachfrage nach sicheren Häfen könnte helfen, die Verluste von Silber kurzfristig zu begrenzen.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, dass er ab dem 1. Februar einen zusätzlichen Importzoll von 10% auf Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Finnland und dem Vereinigten Königreich (UK) erheben werde, bis die Vereinigten Staaten (US) die Erlaubnis erhalten, Grönland zu kaufen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron soll die Europäische Union (EU) aufgefordert haben, ihre "Handelsbazooka" zu aktivieren. Diese Maßnahme könnte den Zugang Amerikas zu den EU-Märkten blockieren oder Exportkontrollen auferlegen, unter einer breiteren Liste potenzieller Gegenmaßnahmen. Die Drohung von Trump, frische Zölle auf acht europäische Länder zu verhängen, die sich gegen seine vorgeschlagene Übernahme Grönlands aussprechen, könnte traditionelle sichere Hafenanlagen ankurbeln und den Silberpreis begünstigen.
Andererseits wird erwartet, dass die US-Notenbank (Fed) den Zinssatz auf ihrer Sitzung im Januar stabil hält. Laut dem CME FedWatch-Tool haben die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von fast 5% für eine Zinssenkung der Fed später in diesem Monat eingepreist. Die Auffassung, dass die US-Notenbank die Zinsen länger hoch halten kann, hebt im Allgemeinen den US-Dollar (USD an) und belastet nicht verzinsliche Vermögenswerte wie Silber.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.