Der Goldpreis (XAU/USD) steigt am Freitag um mehr als 3% und ist auf einem soliden wöchentlichen Gewinnkurs, da Dip-Käufer aufgetaucht sind, nachdem die gelbe Metall unter die Marke von $4,800 gefallen war. Es ist erwähnenswert, dass der Freitag eine volatile Sitzung war, in der das zinslose Metall auf ein Dreitages-Tief von $4,655 fiel, bevor es diese Verluste wieder ausglich. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wird XAU/USD bei $4,963 gehandelt.
Das zinslose Metall genießt eine gesunde Erholung seit Donnerstag. Die anfängliche Schwäche des Greenbacks am Freitag spiegelte schlechter als erwartete US-Arbeitsmarktdaten vom Donnerstag wider, die Spekulationen über weitere Lockerungen durch die Federal Reserve (Fed) anheizten. Dies veranlasste die Händler, beim Rückgang von Gold zu kaufen, obwohl die Renditen von US-Staatsanleihen Anzeichen von Leben zeigten.
Die Datenlage war dünn, da die Nonfarm Payrolls für Januar aufgrund der US-Regierungsstilllegung auf den 11. Februar verschoben wurden. Die Verbraucherstimmung in den USA verbesserte sich, wie die Umfrage der University of Michigan (UoM) ergab, die jedoch mit Vorsicht betrachtet werden sollte, da sie offenbarte, dass "die Stimmung für Verbraucher mit den größten Aktienportfolios anstieg, während sie stagnierte und auf einem miserablen Niveau für Verbraucher ohne Aktienbestände blieb", sagte Joanne Hsu, die Direktorin der Umfrage.
Auf geopolitischer Ebene begannen die US-Iran-Gespräche in Oman, wobei beide Parteien zustimmten, die Verhandlungen fortzusetzen. Dennoch wird berichtet, dass Iran in den Gesprächen mit den USA sich weigerte, die nukleare Anreicherung zu beenden, wie die Wall Street Journal berichtete.
Die kommende Woche wird die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktsituation, der Einzelhandelsumsätze und des Verbraucherpreisindex (CPI) beinhalten. Außerdem werden die Händler die Reden einer Reihe von Vertretern der Federal Reserve genau analysieren.

Der Aufwärtstrend des Goldpreises bleibt intakt, nachdem er unter den 20-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) von $4,861 gefallen ist. Seit dem Testen der Dreitages-Tiefs von $4,655 hat das Edelmetall nicht zurückgeblickt und scheint bereit zu sein, die $5,000-Marke herauszufordern.
Das bullische Momentum nimmt zu, nachdem der Relative Strength Index (RSI) am Dienstag unter neutrale Niveaus gefallen war. Er hat sich jedoch erholt und zielt aufwärts im bullischen Bereich.
Umgekehrt, wenn der Goldpreis unter $4,900 fällt, könnte er sich innerhalb des 20-Tage-SMA von $4,861 und $4,900 konsolidieren, bevor die nächste Woche beginnt.

Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.