West Texas Intermediate (WTI) US-Öl wird am Dienstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts um 57,50 USD gehandelt, was einem Rückgang von 1,25% im Tagesverlauf entspricht. Der WTI-Preis steht unter Druck, da die Märkte versuchen, die möglichen Folgen der jüngsten politischen Ereignisse in Venezuela auf das globale Ölangebot abzuschätzen.
Händler bleiben vorsichtig angesichts der Unsicherheit über die Rohölströme aus Venezuela nach dem Eingreifen der Vereinigten Staaten (US) und der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro. Während Washington Pläne signalisiert hat, die Ölindustrie des Landes zu kontrollieren und US-Unternehmen in deren Wiederbelebung einzubeziehen, scheint die unmittelbare Auswirkung auf die Ölpreise begrenzt zu sein. Marktteilnehmer glauben, dass eine signifikante Erholung der Produktion Zeit in Anspruch nehmen und erhebliche Investitionen erfordern würde.
Laut Priyanka Sachdeva, Senior Market Analyst bei Phillip Nova, deutet die relativ gedämpfte Reaktion der Ölpreise auf bedeutende geopolitische Ereignisse, wie das Eingreifen der USA in Venezuela oder die laufenden Streiks gegen die russische Energieinfrastruktur, darauf hin, dass die Grundlagen von Angebot und Nachfrage der Haupttreiber für den Markt bleiben. Diese Sichtweise hilft, die Aufwärtsbewegungen bei WTI trotz des angespannten geopolitischen Hintergrunds zu begrenzen.
Vor diesem Hintergrund beobachten Investoren weiterhin genau alle Entwicklungen, die entweder auf eine erhöhte Störung oder eine schrittweise Normalisierung des venezolanischen Angebots hindeuten könnten. Klare Anzeichen für steigende Spannungen könnten die WTI-Preise kurzfristig unterstützen, während Erwartungen an ein höheres Angebot zusätzlichen Druck auf die Preise ausüben würden.
Die Marktaufmerksamkeit richtet sich auch auf die Veröffentlichung des Berichts über die Rohöllagerbestände des American Petroleum Institute (API) später am Tag.
WTI-Öl, kurz für West Texas Intermediate, ist eine der wichtigsten Rohölsorten, die auf dem globalen Markt gehandelt werden. Es wird wegen seiner leichten und süßen Qualität geschätzt und dient als wichtiger Referenzpreis auf den Energiemärkten.
Wie bei allen Vermögenswerten sind Angebot und Nachfrage die Haupttreiber des WTI-Ölpreises. Globales Wachstum kann die Nachfrage nach Öl erhöhen, während eine schwache Weltwirtschaft die Nachfrage dämpft. Politische Instabilität, Kriege und Sanktionen können das Angebot beeinträchtigen und die Preise beeinflussen. Die Entscheidungen der OPEC, einer Gruppe führender ölproduzierender Länder, spielen ebenfalls eine Schlüsselrolle. Da Öl überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, beeinflusst auch der Wert des US-Dollars den WTI-Preis.
Die wöchentlichen Berichte des American Petroleum Institute (API) und der Energy Information Agency (EIA) über die Rohölbestände beeinflussen den Preis von WTI-Öl. Ein Rückgang der Bestände signalisiert eine steigende Nachfrage, was den Preis nach oben treibt, während ein Anstieg der Bestände auf ein Überangebot hindeutet und die Preise senkt. Die EIA-Daten gelten als zuverlässiger, da sie von der US-Regierung stammen.
Die OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) ist eine Gruppe von 12 erdölproduzierenden Ländern, die zweimal jährlich gemeinsam über die Förderquoten der Mitgliedsländer entscheiden. Ihre Entscheidungen wirken sich häufig auf die Preise für WTI Öl aus. Beschließt die OPEC, die Förderquoten zu senken, kann dies das Angebot verknappen und die Ölpreise in die Höhe treiben. Erhöht die OPEC die Produktion, hat dies den gegenteiligen Effekt. Die OPEC+ bezieht sich auf eine erweiterte Gruppe von zehn zusätzlichen Nicht-OPEC-Mitgliedern, von denen Russland das bekannteste ist.