Gold (XAU/USD) beginnt die Woche vorsichtig und handelt am Montag stabil, während der US-Dollar (USD) nach dem enttäuschenden Nonfarm Payrolls (NFP)-Bericht vom Freitag stabilisiert. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts schwebt das gelbe Metall während der europäischen Handelsstunden nahe 3.370 USD, während die Händler aufgrund der fragilen Stimmung weitgehend an der Seitenlinie bleiben.
Der Arbeitsmarktbericht für Juli lieferte eine klare negative Überraschung. Die Daten haben die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bei der nächsten geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve (Fed) im September erheblich erhöht – eine Stimmungsänderung, nachdem die Märkte kürzlich die Erwartungen nach der Entscheidung der Fed in der letzten Woche, die Zinssätze stabil zu halten, zurückgeschraubt hatten.
Trotz der erneuten dovishen Neigung bei den Zinssenkungserwartungen bleibt das Aufwärtspotenzial von Gold vorerst begrenzt. Die Renditen der US-Staatsanleihen haben sich nach dem starken Rückgang am Freitag stabilisiert, was als Gegenwind wirkt und das bullische Momentum des renditeschwachen Metalls begrenzt.
Allerdings sorgen wachsende Bedenken über politische Einflussnahme für zusätzliche Vorsicht in der Marktstimmung. US-Präsident Donald Trump entließ am Freitag abrupt die Kommissarin des Bureau of Labor Statistics (BLS), Erika McEntarfer. Trump beschuldigte die BLS-Leiterin, Beschäftigungsdaten gefälscht zu haben, nachdem der Arbeitsmarktbericht für Juli einen starken Rückgang bei den Einstellungen und scharfe Rücknahmen der vorherigen Monate zeigte, alles ohne Beweise vorzulegen.
Präsident Donald Trump stellte die Glaubwürdigkeit des neuesten Arbeitsmarktberichts in Frage und behauptete, die Zahlen seien von einem „Biden-Beauftragten“ erstellt worden, um ihn und die Republikaner schlecht aussehen zu lassen. Dieser Schritt hat weitreichende Kritik von Ökonomen und ehemaligen Beamten ausgelöst und Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit zukünftiger US-Wirtschaftsdaten und der Unabhängigkeit zentraler Institutionen geweckt. Diese politische Unsicherheit trägt zur Vorsicht in der breiteren Marktstimmung bei und hilft, den Abwärtstrend von Gold vorerst zu begrenzen.
Gold (XAU/USD) hat Schwierigkeiten, seine Erholung nach dem Rücksprung in der letzten Woche auszudehnen, wobei sich die Preisbewegung zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts nahe 3.370 USD bewegt. In der letzten Woche durchbrach Gold ein aufsteigendes Dreiecksmuster und berührte kurz ein Einmonatstief. Allerdings fehlte es dem Abwärtstrend an Momentum, und die Preise fanden Unterstützung knapp über dem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA), was signalisiert, dass die Bären noch nicht die volle Kontrolle haben. Derzeit schwebt das Metall knapp über dem 50-Tage-SMA, der nun als unmittelbare Unterstützung dient, gefolgt vom 100-Tage-SMA. Eine anhaltende Bewegung nach unten könnte die Tür zu 3.275 USD und sogar 3.200 USD öffnen.
Der Relative Strength Index (RSI) ist neutral bei etwa 53 und zeigt einen Mangel an starkem Momentum in beide Richtungen. In der Zwischenzeit bleibt der Moving Average Convergence Divergence (MACD)-Indikator unter der Nulllinie, obwohl das Histogramm frühe Anzeichen einer Abflachung zeigt, was auf einen vorübergehenden Rückgang des bärischen Drucks hindeutet.
Wenn es den Bullen gelingt, die gebrochene Dreiecksunterstützung zurückzuerobern und über 3.370 USD zu drücken, könnte ein Test der oberen Grenze nahe 3.450 USD anstehen, was die Allzeithochs wieder ins Blickfeld rückt.
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.