Das Währungspaar USD/JPY verliert im frühen asiatischen Handel am Mittwoch an Dynamik und notiert um 153,55. Der japanische Yen (JPY) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) zu, da die Entscheidungsträger der Bank of Japan (BoJ) die Tür für eine Zinserhöhung im September geöffnet haben. Händler werden die wichtigen US-Inflationsdaten, die im Laufe dieser Woche veröffentlicht werden, genau beobachten.
Es wird erwartet, dass die BoJ auf ihrer geldpolitischen Sitzung im September ihren Leitzins von derzeit 1,0% auf 1,25% anheben und damit eine Beschleunigung des Zinserhöhungstempos signalisieren wird. Dieser Schritt würde den Zinssatz auf den höchsten Stand seit etwa 31 Jahren bringen und auf eine Zinserhöhung im Juni folgen, da die japanische Zentralbank angesichts höherer Rohölpreise und eines schwachen JPY das Risiko adressieren will, dass die Preise stärker als erwartet steigen.
BoJ-Vorstandsmitglied Hajime Takata sagte vergangene Woche, dass die Zentralbank einen aggressiveren Ansatz verfolgen könnte als erwartet. Er sagte, eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte sei "nicht unbedingt in Stein gemeißelt", und generell seien auch aufeinanderfolgende Zinserhöhungen möglich.
Die Inflationsdaten zum US-Erzeugerpreisindex (EPI) und Verbraucherpreisindex (VPI) werden im Laufe dieser Woche im Mittelpunkt stehen. Diese Werte könnten neue Hinweise auf die nächsten Schritte der Federal Reserve (Fed) auf der September-Sitzung liefern. Sollten die Inflationsdaten höher als erwartet ausfallen, könnte dies den Greenback gegenüber dem JPY kurzfristig stützen.
Händler preisen derzeit laut dem CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60% für eine Zinserhöhung auf der geldpolitischen Sitzung der US-Notenbank ein.
Analysten der UOB Group stellen fest, dass der jüngste Rückgang von USD/JPY ihre mittelfristige Tendenz deutlich verändert hat. Sie erinnern daran, dass sie am Freitag, dem 04. Sep, als der Spotkurs bei rund 155,90 lag, hervorgehoben hatten, dass "die Bedingungen stark überverkauft sind" nach dem starken Rückgang am vorherigen Donnerstag und dass USD "unter 155,00 schließen muss, bevor weitere Rückgänge wahrscheinlich sind," wobei "die nächste Marke unter 155,00" bei "154,20" gesehen wurde.
UOB weist jedoch darauf hin, dass "gestern USD in einer unerwartet scharfen Bewegung unter 155,00 fiel und auf ein Tief von 154,04 abstürzte." Diese Kursentwicklung, so ihre Argumentation, "deutet darauf hin, dass USD wahrscheinlich weiter an Schwäche verlieren wird," wobei "die nächste zu beobachtende Unterstützungsmarke" nun das "Jahrestief von 152,08" ist. Laut der Bank "bleibt der Abwärtsdruck intakt, solange USD unter 156,00 bleibt," was sie nun als "starken Widerstand" bezeichnen, nach zuvor 157,50 nach unten revidiert.
Im Tages-Chart setzt USD/JPY seine bärische Phase fort, wobei der Kurs nun unter dem gesamten 20-Tage-Bollinger-Band und deutlich unter dem 100-Tage-Simple-Moving-Average (SMA) liegt. Der Rückgang unter das untere Bollinger Band unterstreicht den starken Abwärtsdruck, während der Relative Strength Index (14) bei 25 überverkaufte Bedingungen signalisiert, die den Rückgang verlangsamen, ihn aber noch nicht umkehren dürften.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim durchbrochenen unteren Bollinger Band um 154,05, gefolgt vom mittleren 20-Tage-Bollinger-Band nahe 158,20, wo Erholungsversuche wahrscheinlich auf erneuten Verkaufsdruck stoßen würden. Darüber bilden der 100-Tage-SMA bei 159,80 und das obere Bollinger Band nahe 162,32 eine breitere Widerstandszone, die zurückerobert werden müsste, um die aktuelle bärische Tendenz zu mildern.
(Die technische Analyse dieser Nachricht wurde mithilfe eines KI-Tools verfasst. Mehr erfahren.)
Der Wert des japanischen Yen hängt stark von der japanischen Wirtschaft, der Geldpolitik der Bank of Japan sowie von den Zinsunterschieden zu den USA ab. Auch das allgemeine Marktumfeld spielt eine Rolle.
Eines der Kernmandate der Bank of Japan ist die Stabilisierung der nationalen Währung, weshalb ihre geldpolitischen Maßnahmen maßgeblichen Einfluss auf den Yen haben. Obwohl direkte Interventionen am Devisenmarkt selten vorkommen, hat die BoJ in der Vergangenheit Schritte unternommen, um den Yen gezielt zu schwächen, meist unter Berücksichtigung der geopolitischen Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Die ultralockere Geldpolitik der BoJ, die von 2013 bis 2024 umgesetzt wurde, hat durch eine zunehmende Divergenz gegenüber den geldpolitischen Strategien anderer großer Zentralbanken eine signifikante Abwertung des Yen verursacht. Mit der jüngsten graduellen Straffung dieser expansiven Maßnahmen zeigt der Yen Anzeichen einer Erholung.
Das Festhalten der BoJ an ihrer ultralockeren Geldpolitik hat zu einer zunehmenden Divergenz mit anderen Zentralbanken geführt, insbesondere mit der US-Notenbank. Dies begünstigt eine Ausweitung der Zinsdifferenz zwischen 10-jährigen amerikanischen und japanischen Anleihen, was den US-Dollar gegenüber dem japanischen Yen stärkt.
Der japanische Yen gilt als sogenannte „sichere Hafen“-Währung. In Zeiten von Unsicherheit oder Marktturbulenzen neigen Investoren dazu, ihr Kapital in den Yen umzuschichten, da dieser als stabil und verlässlich gilt. In solchen Phasen steigt der Wert des Yen im Vergleich zu anderen Währungen, die als riskanter eingestuft werden.