Das Paar NZD/USD gewinnt während des frühen asiatischen Handels am Mittwoch an Stärke und notiert bei rund 0,5855. Der neuseeländische Dollar (NZD) legt gegenüber dem US-Dollar (USD) nach chinesischen Wirtschaftsdaten leicht zu. Händler werden die US-Inflationsdaten im Laufe dieser Woche im Auge behalten.
Die am Mittwoch vom Nationalen Statistikamt Chinas veröffentlichten Daten zeigten, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) des Landes im August um 0,8% gegenüber dem Vorjahr stieg, nach einem Anstieg von 0,5% im Vormonat. Dieser Wert entsprach den Markterwartungen.
Auf Monatsbasis stieg die chinesische VPI-Inflation im August auf 0,4%, nachdem sie im Juli um 0,1% gefallen war, und lag damit über dem erwarteten Anstieg von 0,3%. Unterdessen stieg Chinas Erzeugerpreisindex (EPI) im August um 3,8% gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 3,5% im Juli. Die Daten übertrafen die Schätzungen von 3,7%.
Die positiven Berichte zum chinesischen VPI und EPI könnten dem China-Proxie-Kiwi etwas Unterstützung bieten, da China ein wichtiger Handelspartner Neuseelands ist.
Händler warten auf US-Inflationsdaten, um weitere Hinweise auf den geldpolitischen Ausblick in den USA zu erhalten. Die US-EPI-Daten werden am Donnerstag veröffentlicht, die VPI-Daten am Freitag.
"Der Markt verarbeitet weiterhin den stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht und wartet auf die bevorstehenden VPI- und EPI-Daten, während höhere Ölpreise die Inflationssorgen anheizen und die Erwartungen an eine Zinserhöhung im September unterstützen," sagte Peter Grant, Vizepräsident und Senior Metals Strategist bei Zaner Metals.
Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von etwa 59,4% für eine Zinserhöhung auf der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve (Fed) ein.
Analysten der Commerzbank stellen fest, dass die RBNZ den Overnight Cash Rate (OCR) wie erwartet um 25 Basispunkte auf 2,75% angehoben hat und den Schritt als Teil eines „schrittweisen Abbaus der geldpolitischen Stimuli“ einordnet, den die Bank für angemessen hält, „um die Inflation nachhaltig zum Ziel zurückzuführen“.
Auf dem Tages-Chart konsolidiert sich NZD/USD knapp oberhalb des 100-Tage-Simple Moving Average (SMA), was die nahe Trendunterstützung stärkt, während die untere Bollinger-Band die Unterseite absichert und hilft, eine breitere Spanne zu definieren. Der Kurs bleibt jedoch unter dem 20-Perioden-SMA der Bollinger-Bänder, wodurch der Kassakurs in der oberen Hälfte der jüngsten Bandbreite gedeckelt bleibt und kurzfristig auf eine neutrale, range-bound Tendenz hindeutet. Der Relative Strength Index (RSI) bei 45,6 liegt leicht unter der 50er-Linie und deutet darauf hin, dass das bullische Momentum nachgelassen hat, ohne bislang überverkaufte Bedingungen zu signalisieren.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung beim 100-Tage-SMA nahe 0,5845, vor dem unteren Bollinger-Band um 0,5825, dessen Unterschreiten eine tiefere Korrekturphase innerhalb der breiteren Erholung von früheren Tiefs offenlegen würde. Auf der Oberseite befindet sich der unmittelbare Widerstand beim 20-Perioden-SMA der Bollinger-Bänder im Bereich von 0,5905, wobei ein täglicher Schlusskurs über diesem Niveau nötig wäre, um den Weg in Richtung des oberen Bands nahe 0,5990 zu öffnen und die bullische Kontrolle wiederherzustellen.
(Die technische Analyse dieser Story wurde mit Hilfe eines KI-Tools erstellt. Mehr erfahren.)
Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.