Gold (XAU/USD) erholt sich von einem Ein-Wochen-Tief im Bereich von 4.340 USD, das während der asiatischen Sitzung am Mittwoch erreicht wurde, und scheint vorerst eine dreitägige Verlustserie beendet zu haben. Die vom BoJ inspirierte Rally des japanischen Yen (JPY) hält den US-Dollar (USD) nahe seinem niedrigsten Stand seit über zwei Wochen unter Druck, was wiederum dem Rohstoff zugutekommen dürfte. Allerdings könnten hawkische Erwartungen an die Zentralbanken weitere nennenswerte Kursgewinne des zinslosen Bullions begrenzen.
Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) durch die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag gilt als ausgemachte Sache. Darüber hinaus haben Händler eine Zinserhöhung der BoJ auf der Sitzung am 17.–18. September vollständig eingepreist. Auch die Reserve Bank of Australia (RBA) erwägt noch in diesem Monat eine mögliche Zinserhöhung. Unterdessen haben die besser als erwarteten US Nonfarm Payrolls (NFP) die Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) im September angesichts von Inflationsrisiken durch anhaltend höhere Energiepreise wiederbelebt.
Strategen von BNY argumentieren, dass die jüngsten Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an eine weitere Straffung durch die Fed klar neu verankert haben. Sie weisen darauf hin, dass „nach dem außergewöhnlich starken Arbeitsmarktbericht vom Freitag selbst die etwas uneindeutigen Äußerungen von Gouverneur Christopher Waller am Donnerstag nicht auszureichen scheinen, um unsere Ansicht zu ändern, dass eine Zinserhöhung unmittelbar bevorsteht.“ Laut BNY ist „die Erwartung einer Zinserhöhung im September nach dem Rückgang vom vergangenen Donnerstag aufgrund von Wallers Äußerungen wieder auf über 60% gestiegen. Es würde uns überraschen, wenn es keine gäbe.“
Hinzu kommt, dass die eskalierenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran dazu beitragen könnten, tiefere Verluste für den sicheren Hafen USD zu begrenzen und die Goldpreise zu deckeln. In den jüngsten Entwicklungen rund um die Nahost-Krise haben die USA iranische Öltanker im Golf von Oman und in der Nähe der Insel Kharg angegriffen. Iran reagierte darauf mit dem Abschuss von über 30 Raketen auf US-Streitkräfte, die auf dem Stützpunkt Al Azraq in Jordanien stationiert sind. Darüber hinaus warnte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran, dass auch Schiffe in kuwaitischen und bahrainischen Häfen, in denen US-Streitkräfte stationiert sind, ins Visier genommen werden könnten.
Dies hält die geopolitische Risikoprämie im Spiel, treibt die Rohölpreise auf ein Drei-Monats-Hoch und schürt Inflationssorgen. Dies stützt die Aussichten auf eine Straffung durch die Fed, was dem USD Rückenwind verleihen und die Goldpreise deckeln dürfte. Händler könnten zudem die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten – des Erzeugerpreisindex (EPI) am Donnerstag und des Verbraucherpreisindex (VPI) am Freitag – abwarten, um Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed zu erhalten, bevor sie neue Richtungswetten auf das Währungspaar XAU/USD eingehen.
Das Edelmetall findet Unterstützung nahe dem Zusammenfluss bei 4.345-4.340 USD – bestehend aus dem 200-Perioden-Simple Moving Average (SMA) auf dem 4-Stunden-Chart und dem 50,0%-Retracement-Level der Aufwärtsbewegung von Juli bis August. Dies dürfte als wichtiger Wendepunkt dienen. Unterdessen liegt der tägliche Relative Strength Index (RSI) bei neutralen 42, und der Moving Average Convergence Divergence (MACD) befindet sich im negativen Bereich, was darauf hindeutet, dass die jüngste Erholung eher eine Stabilisierung oberhalb der Trendunterstützung als eine impulsive bullishe Bewegung ist.
Das technische Setup deutet wiederum darauf hin, dass das Aufwärtsmomentum fragil bleibt und unmittelbar auf Widerstand am 38,2%-Fibonacci-Retracement bei 4.427 USD stoßen dürfte. Ein Anstieg darüber würde jedoch die 23,6%-Retracement-Barriere nahe 4.529 USD freilegen. Auf der Abwärtsseite liegt die erste Unterstützung nahe dem 200-Perioden-SMA um 4.352,88 USD, gefolgt vom 50,0%-Retracement bei 4.344 USD. Ein klarer Rückgang unter diese Spanne würde den Weg zu tieferen Fibonacci-Unterstützungen bei 4.262 USD und anschließend 4.144 USD öffnen.
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Die Federal Reserve (Fed) steuert die US-Geldpolitik mit zwei klaren Zielen: Preisstabilität und Vollbeschäftigung. Dabei nutzt die Notenbank Zinssätze als Hauptinstrument. Höhere Zinsen stärken den US-Dollar, da sie die USA für internationale Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Greenback.
Die Federal Reserve (Fed) hält jährlich acht geldpolitische Sitzungen ab, bei denen das Federal Open Market Committee (FOMC) die wirtschaftliche Lage beurteilt und geldpolitische Entscheidungen trifft. Das FOMC besteht aus zwölf Mitgliedern – den sieben Mitgliedern des Gouverneursrats, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank of New York und vier der elf übrigen regionalen Notenbankpräsidenten, die auf Jahresbasis rotieren.
In Zeiten schwerer Wirtschaftskrisen, wie etwa 2008 während der Finanzkrise, greift die Federal Reserve oft auf QE zurück. Dies bedeutet, dass die Fed massiv Anleihen kauft, um Liquidität bereitzustellen. Diese expansive Geldpolitik schwächt den Dollar, da das zusätzliche Geld die Währung verwässert und das Vertrauen der Investoren mindert.
Quantitative Straffung (QT) ist der umgekehrte Prozess von QE, bei dem die US-Notenbank aufhört, Anleihen von Finanzinstituten zu kaufen und das Kapital aus fällig werdenden Anleihen nicht reinvestiert, um neue Anleihen zu kaufen. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Wert des US-Dollars aus.