USD/CAD bleibt am dritten Tag in Folge gedämpft und notiert während der asiatischen Handelsstunden am Mittwoch bei rund 1,3780. Das Währungspaar gibt nach, da der rohstoffgebundene Kanadische Dollar (CAD) von den höheren Ölpreisen Unterstützung erhält, angesichts der Position Kanadas als einer der weltweit führenden Rohölexporteure.
Die Rohölpreise sind nach einem US-Angriff auf mehrere iranische Tanker in der Nähe der Insel Kharg, einem wichtigen Exportzentrum, gestiegen. Diese Angriffe haben die geopolitischen Spannungen verschärft und die Marktbesorgnis über mögliche Störungen der globalen Ölversorgung angeheizt. Ein US-Beamter erklärte, die Angriffe seien als Reaktion auf einen versuchten Raketenangriff auf ein US-Kriegsschiff durchgeführt worden. Als Vergeltung feuerte Teheran ballistische Raketen in Richtung Jordanien ab und sprach Warnungen an Schiffe im Persischen Golf aus, wobei Tankerbesatzungen in der Nähe der Häfen von Kuwait und Bahrain aufgefordert wurden, ihre Schiffe umgehend zu verlassen.
Gleichzeitig verschärfen sich die wirtschaftlichen Spannungen an der Handelsfront. Laut BBC-Berichten verbietet US-Präsident Donald Trump ausgewählte kanadische Produkte, darunter Alkohol, Milchprodukte und Kraftfahrzeuge, da kanadische Vergeltungszölle auf amerikanische Waren in Kraft treten. Die neuen restriktiven Maßnahmen, die bis zum 29. September in Kraft treten sollen, folgen auf Kanadas Einführung von Zöllen auf importierte amerikanische Waren im Wert von Milliarden Dollar.
Strategen bei Scotiabank weisen darauf hin, dass sich die US-Handelskonflikte ausweiten, wobei "die Handelsspannungen ebenfalls zunehmen, da Präsident Trump in den vergangenen Tagen in den sozialen Medien Kanada ins Visier genommen hat, während Ottawa Gegenzölle erhebt." Sie betonen, dass die Kampagne der Regierung für eine lockerere Politik immer deutlicher wird, und heben hervor, dass "der Präsident in einem Beitrag am vergangenen Freitag nach den starken Arbeitsmarktdaten auch mit einem breiteren Handelskrieg gedroht zu haben schien, falls die Fed die Zinsen nicht senke, da die Druckkampagne der Regierung für niedrigere Zinsen offenbar an Fahrt aufnimmt." Scotiabank fügt hinzu, dass der politische Trommelschlag nicht auf das Weiße Haus beschränkt sei, da "auch Vizepräsident Vance letzte Woche angedeutet habe, die Fed solle die Politik lockern."
Im Tageschart notiert USD/CAD bei 1,3780 und behält damit eine bärische kurzfristige Tendenz bei, da der Spot unter den exponentiellen gleitenden Durchschnitten (EMAs) sowohl kurz- als auch mittelfristig bleibt. Das Paar wird zunächst durch den neun-Tage-EMA um 1,3819 gedeckelt, wobei der 50-Tage-EMA höher bei 1,3920 das Overhead-Angebot verstärkt und signalisiert, dass Erholungen wahrscheinlich auf Verkaufsinteresse stoßen werden. Der 14-Tage Relative Strength Index (RSI) bei etwa 38 bleibt unter der Mittellinie und deutet darauf hin, dass der Abwärtsdruck trotz des Fehlens überverkaufter Extremwerte weiterhin stärker ist als das Kaufinteresse.
Auf der Oberseite wäre ein täglicher Schlusskurs über dem neun-Tage-EMA das erste Zeichen dafür, dass die Verkäufer die Kontrolle verlieren, obwohl erst eine Erholung in Richtung des 50-Tage-EMA die breitere bärische Struktur zu untergraben beginnen würde. Solange diese Widerstände nicht zurückerobert werden, dürften Erholungen angesichts des vorherrschenden negativen Tons als Korrekturen betrachtet werden.
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Die Schlüsselfaktoren, die den kanadischen Dollar beeinflussen, sind vor allem die Zinspolitik der Bank of Canada, der Ölpreis als Hauptexportgut sowie die gesamtwirtschaftliche Lage des Landes. Auch das wirtschaftliche Verhältnis zu den USA spielt eine entscheidende Rolle.
Die Bank of Canada (BoC) übt erheblichen Einfluss auf den Kanadischen Dollar (CAD) aus, indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Dies wirkt sich auf die allgemeinen Zinssätze im gesamten Wirtschaftskreislauf aus. Das Hauptziel der BoC ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 1-3 % zu halten. Höhere Zinssätze wirken in der Regel stützend für den CAD, während quantitative Lockerungsmaßnahmen tendenziell eine abschwächende Wirkung auf die Währung haben.
Der Ölpreis spielt eine zentrale Rolle für den Wert des kanadischen Dollars. Als Kanadas wichtigstes Exportgut beeinflussen Preisschwankungen bei Erdöl den CAD unmittelbar. Steigt der Ölpreis, gewinnt auch der kanadische Dollar an Wert, da die Nachfrage nach der Währung steigt. Fällt der Ölpreis, gilt das Gegenteil. Hohe Ölpreise führen zudem häufig zu einer positiven Handelsbilanz, was den CAD zusätzlich stützt.
Inflation wurde traditionell als Bedrohung für Währungen angesehen, da sie deren Kaufkraft schmälert. Doch in einer globalisierten Welt mit gelockerten Kapitalverkehrskontrollen zeigt sich ein anderes Bild: Höhere Inflation zwingt Zentralbanken oft dazu, die Zinssätze anzuheben. Dies wiederum lockt internationale Investoren an, die nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen, was die Nachfrage nach der heimischen Währung erhöht – wie im Fall des kanadischen Dollars.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen dienen als Barometer für die wirtschaftliche Gesundheit und können den kanadischen Dollar spürbar beeinflussen. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor, Beschäftigungszahlen sowie Konsumentenstimmungsumfragen spielen hierbei eine zentrale Rolle. Eine robuste wirtschaftliche Lage stärkt den kanadischen Dollar. Sie lockt nicht nur vermehrt ausländische Investitionen an, sondern könnte die Bank of Canada dazu veranlassen, die Zinsen anzuheben, was den CAD weiter stützt. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen dürften zu einer Abwertung der Währung führen.