USD/CHF hält sich am Freitag stabil, da der US-Dollar (USD) seine intraday Verluste etwas reduziert. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung notiert das Paar bei rund 0,8013, nachdem es am Vortag auf 0,7949 gefallen war, den niedrigsten Stand seit dem 17. Juni. Trotz der moderaten Erholung steuert USD/CHF weiterhin auf einen Wochenverlust zu.
Unterdessen dämpfen dovishe Äußerungen von Petra Tschudin, Mitglied des SNB-Direktoriums, die Stimmung gegenüber dem Schweizer Franken (CHF). Tschudin sagte der Schweizer Zeitung Finanz und Wirtschaft in einem am Freitag veröffentlichten Interview: "Sollte es notwendig werden, die Zinsen unter null zu senken, um die Inflation mittelfristig zwischen 0% und 2% zu halten, dann werden wir das tun." Sie führte die Schwäche des Frankens zudem auf höhere Zinserwartungen im Ausland zurück.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 98,81 und erholt sich damit von einem Intraday-Tief bei 98,56. Der Index bleibt jedoch nahe einem Drei-Monats-Tief und steuert auf einen Wochenverlust von fast 0,80% zu.
Am Freitag veröffentlichte Daten zeigten, dass der vorläufige S&P Global Composite PMI im August auf ein 52-Monats-Hoch von 56,0 gegenüber 54,5 gestiegen ist, während der Services PMI von 54,6 auf ein 20-Monats-Hoch von 56,8 kletterte. Der EMI für das verarbeitende Gewerbe sank von 53,9 auf ein Fünf-Monats-Tief von 53,2.
Der Greenback geriet Anfang dieser Woche gegenüber seinen G10-Peers unter Druck, nachdem das US-Finanzministerium angekündigt hatte, seine Liquiditätsstützungs-Rückkäufe für länger laufende Staatsanleihen auf mindestens 4 Mrd. USD pro Operation zu verdoppeln. Strategen von Scotiabank argumentieren, dass die Währung weiterhin der wichtigste Puffer für die zunehmenden US-Fiskalsorgen sei, und merken an: "Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir weiterhin der Ansicht, dass Bemühungen zur Eindämmung der langfristigen Renditen bedeuten, dass der USD eine größere — negative — Last aus den Sorgen um die US-Fiskalpolitik tragen wird."
Nachlassende Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) belasten den US-Dollar ebenfalls. Laut dem CME FedWatch Tool sehen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 65%, dass die Notenbank die Zinsen im nächsten Monat unverändert lässt, nachdem schwächere US-Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten für Juli veröffentlicht wurden. Der Fokus richtet sich nun auf die US-Daten zur Inflation des Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in der kommenden Woche.
Der Schweizer Franken gehört zu den am häufigsten gehandelten Währungen weltweit, obwohl die Schweizer Wirtschaft relativ klein ist. Der Wert der Währung wird stark durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) beeinflusst.
Der Schweizer Franken (CHF) gilt in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Die Stabilität der Schweizer Wirtschaft, große Zentralbankreserven und die politische Neutralität des Landes machen den Franken zu einer bevorzugten Anlagewährung in turbulenten Zeiten. Anleger flüchten in den Franken, wenn globale Risiken zunehmen.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt viermal im Jahr – einmal pro Quartal, seltener als andere bedeutende Zentralbanken – zusammen, um über ihre Geldpolitik zu entscheiden. Ihr erklärtes Ziel ist es, die jährliche Inflationsrate unter 2 % zu halten. Überschreitet die Inflation diese Marke oder wird erwartet, dass dies in naher Zukunft geschieht, greift die SNB ein und erhöht den Leitzins, um das Preiswachstum zu dämpfen. Höhere Zinssätze wirken sich in der Regel positiv auf den Schweizer Franken (CHF) aus, da sie die Renditen erhöhen und die Schweiz für Investoren attraktiver machen. Sinkende Zinsen hingegen schwächen den Franken.
Makroökonomische Datenveröffentlichungen spielen eine zentrale Rolle bei der Bewertung des Schweizer Franken (CHF). Obwohl die Schweizer Wirtschaft als stabil gilt, können plötzliche Veränderungen bei Wachstum, Inflation, Leistungsbilanz oder Währungsreserven signifikante Auswirkungen auf den CHF haben. Starke Wirtschaftsdaten, niedrige Arbeitslosigkeit und ein hohes Verbrauchervertrauen stützen in der Regel den Franken. Umgekehrt könnte eine Abkühlung der Konjunktur eine Abwertung der Währung zur Folge haben.
Als kleine und offene Volkswirtschaft ist die Schweiz stark von der wirtschaftlichen Stabilität der Eurozone abhängig. Die erweiterte Europäische Union ist nicht nur der wichtigste Handelspartner der Schweiz, sondern auch ein bedeutender politischer Verbündeter. Eine stabile makroökonomische und geldpolitische Lage in der Eurozone ist daher von entscheidender Bedeutung für die Schweiz und den Schweizer Franken (CHF). Angesichts dieser engen Verflechtungen legen einige Modelle nahe, dass die Korrelation zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung des Euro (EUR) und des Schweizer Franken mit über 90 % nahezu perfekt ist.