Das Mitglied des EZB-Rats, Mārtiņš Kazāks, sagte während der europäischen Handelssitzung am Freitag, dass die Zentralbank nicht zögern werde, bei Bedarf zu handeln, um den Inflationsdruck in der Eurozone auf das 2 %-Ziel zu senken.
Wir werden im September auf Grundlage der Daten entscheiden.
Es gibt Vor- und Nachteile, weiter anzuheben.
Forward Guidance ist angesichts der Unsicherheit kontraproduktiv.
Wir sehen, dass sich das Lohnwachstum allmählich verlangsamt.
Die Inflationserwartungen sind weiterhin nahe dem Ziel verankert.
Der Euro (EUR) reagierte nicht auf die Äußerungen von EZB-Mitglied Kazāks, liegt aber bei Redaktionsschluss gegenüber dem US-Dollar (USD) aufgrund der Underperformance des Letzteren um 0,26% höher bei rund 1,1710.
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.