Das Paar NZD/USD fällt während des asiatischen Handels am Dienstag auf rund 0,5895. Schwächer als erwartete Daten zu den chinesischen Einzelhandelsumsätzen und zur Industrieproduktion belasten den als China-Proxie geltenden neuseeländischen Dollar (NZD) gegenüber dem US-Dollar (USD).
Die Einzelhandelsumsätze in China stiegen im Juli im Jahresvergleich um 0,6%, wie das Nationale Statistikamt am Montag mitteilte. Dieser Wert lag deutlich unter den erwarteten 1,5% und verlangsamte sich gegenüber dem Wachstum von 1,0% im Juni. Zudem stieg die Industrieproduktion im Juli um 4,5% im Jahresvergleich, nach 5,3%, und ging damit erstmals seit drei Monaten zurück, womit die Erwartungen verfehlt wurden.
Der Sprecher des Statistikamts, Fu Linghui, sagte, geopolitischer Druck im Ausland und hohe Temperaturen im Inland hätten die chinesische Wirtschaft im vergangenen Monat belastet. Der Bericht deutete darauf hin, dass Chinas Wirtschaft im Juli insgesamt an Dynamik verlor, was den Kiwi nach unten zog, da China ein wichtiger Handelspartner Neuseelands ist.
Allerdings könnten geringere Wetten auf eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Greenback unter Druck setzen und als Rückenwind für das Paar wirken. Die Märkte preisen nun für September eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt ein, nachdem schwächere Verbraucherpreisinflation und schwächere Einzelhandelsumsätze die Wahrscheinlichkeit eines Beibehaltens auf nahezu 65% gedreht haben.
Volkmar Baur von Commerzbank merkt an, dass "in etwa zwei Wochen die Reserve Bank of New Zealand ihre nächste geldpolitische Sitzung abhalten wird", und dass es angesichts der heute Morgen veröffentlichten schwächeren Inflationsindikatoren "unwahrscheinlich erscheint, dass sie nach der Zinserhöhung im Juli zum zweiten Mal in Folge die Zinsen anheben wird". Während die jüngsten Daten nach dem Juli-Schritt für eine Pause sprechen, erwartet Baur, dass die RBNZ angesichts der anhaltenden Risiken im Nahen Osten einen hawkischen Ton beibehält, was dem Kiwi kurzfristig etwas Unterstützung bieten dürfte, auch wenn die schwache Binnenwirtschaft den längerfristigen Ausblick belastet.
Im Tages-Chart weist NZD/USD einen konstruktiven bullishen Bias auf, da der Kassakurs sowohl über dem 100-Tage-Durchschnitt als auch über dem mittleren Bollinger Band bleibt. Das Paar nähert sich dem oberen Bollinger Band, das die unmittelbare Oberseite begrenzt, während der Relative Strength Index (14) um 61 im bullishen, aber nicht überkauften Bereich liegt, was darauf hindeutet, dass der Kaufdruck anhält, sich aber verlangsamen könnte, wenn sich der Preis dem Angebot oberhalb nähert.
Auf der Unterseite bietet das mittlere Bollinger Band bei 0,5855 erste Unterstützung, verstärkt durch den 100-Tage-Durchschnitt bei 0,5830 etwas darunter, während das untere Bollinger Band nahe 0,5765 im Falle eines breiteren Pullbacks als tiefere Pufferzone dient.
Auf der Oberseite würde ein klarer Durchbruch über das obere Bollinger Band bei 0,5945 den Weg für eine Ausweitung der Erholung öffnen, während ein Scheitern an dieser Hürde wahrscheinlich eine Konsolidierung oder einen korrigierenden Rückgang in Richtung der genannten Unterstützungszone auslösen würde.
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Der neuseeländische Dollar wird stark durch die Gesundheit der neuseeländischen Wirtschaft sowie den Einfluss Chinas, des größten Handelspartners des Landes, geprägt. Auch die Preise für Milchprodukte, Neuseelands wichtigstem Export, spielen eine zentrale Rolle.
Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) strebt eine Inflationsrate von 1-3 % an und setzt entsprechende Zinssätze fest. Bei hoher Inflation erhöht die RBNZ die Zinsen, um die Wirtschaft abzukühlen, was den Neuseeland-Dollar (NZD) stützt. Niedrige Zinsen hingegen schwächen den NZD. Auch die Zinsdifferenz zu den USA spielt eine wichtige Rolle im Währungspaar NZD/USD.
Die Veröffentlichung makroökonomischer Daten in Neuseeland ist ein entscheidender Indikator für den Zustand der Wirtschaft und hat direkte Auswirkungen auf den Wert des neuseeländischen Dollars (NZD). Eine robuste Wirtschaft, geprägt von starkem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und hoher Zuversicht, wirkt sich positiv auf den NZD aus. Ein solides Wirtschaftswachstum zieht ausländische Investitionen an und könnte die Reserve Bank of New Zealand dazu bewegen, die Zinssätze anzuheben – insbesondere, wenn diese Dynamik mit einem Anstieg der Inflation einhergeht. Schwache Wirtschaftsdaten hingegen könnten den NZD unter Druck setzen und zu einer Abwertung führen.
Der neuseeländische Dollar (NZD) zeigt typischerweise Stärke in Phasen eines "Risk-on"-Marktumfelds, wenn Anleger von einem geringen Risiko und positiven Wachstumsaussichten ausgehen. In solchen Zeiten profitieren Rohstoffe und sogenannte Rohstoffwährungen wie der Kiwi von einer optimistischeren Einschätzung. Im Gegenzug gerät der NZD in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit oder Marktturbulenzen unter Druck, da Investoren vermehrt risikoreiche Anlagen abstoßen und sich in stabilere, sichere Häfen zurückziehen.