Das GBP/USD-Paar gibt zu Beginn einer neuen Woche leicht nach und entfernt sich weiter von einem über drei Wochen alten Hoch bzw. von Niveaus knapp über der psychologischen Marke von 1,3500, die am Freitag erreicht wurden.
Der US-Dollar (USD) versucht, seine Erholung vom nach den NFP erreichten Zwischentief auszubauen, da die anhaltenden Unsicherheiten rund um die Krise im Nahen Osten und die Bemühungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus fortbestehen. Dies wirkt wiederum als Gegenwind für das GBP/USD-Paar, auch wenn die Abwärtsbewegung begrenzt erscheinen dürfte, da nachlassende Erwartungen an Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed) eine nennenswerte Aufwertung des USD begrenzen könnten.
Die viel beachteten monatlichen US-Arbeitsmarktdaten zeigten, dass die Wirtschaft im Juli 23Kjobs verloren hat, während der Wert des Vormonats auf 20K von 57K nach unten revidiert wurde, was auf Anzeichen einer Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeutet. Händler reagierten schnell und preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von weniger als 45% ein, dass die US-Notenbank im September die Kreditkosten anheben wird, nach 67% vor einer Woche.
Allerdings räumen Anleger angesichts der Sorge, dass sich die steigenden Ölpreise wieder inflationäre Druckkräfte entfalten lassen könnten, weiterhin die höhere Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte (bps) bis zum Jahresende ein. Daher richtet sich der Fokus auf die neuesten US-Inflationszahlen, die in dieser Woche anstehen. Darüber hinaus werden die eingehenden geopolitischen Schlagzeilen den USD antreiben und das GBP/USD-Paar beeinflussen.
Anleger werden zudem mit der Veröffentlichung des vorläufigen britischen BIP-Berichts für das zweite Quartal am Donnerstag konfrontiert, der eine Schlüsselrolle dabei spielen wird, dem Britischen Pfund (GBP) neuen Auftrieb zu verleihen. Dennoch mahnt der vorgenannte fundamentale Hintergrund zur Vorsicht, bevor neue bullische Wetten auf das GBP/USD-Paar eingegangen werden und man sich für eine Ausweitung des fast zwei Wochen alten Aufwärtstrends positioniert.
Das Pfund Sterling (GBP) ist die älteste Währung der Welt (886 n. Chr.) und die offizielle Währung des Vereinigten Königreichs. Es ist die am vierthäufigsten gehandelte Währungseinheit auf dem Devisenmarkt (FX) der Welt und macht 12 % aller Transaktionen aus, was durchschnittlich 630 Milliarden US-Dollar pro Tag entspricht. Die wichtigsten Währungspaare sind GBP/USD, auch bekannt als "Cable", das 11 % des FX-Handels ausmacht, GBP/JPY oder "Dragon", wie es von Händlern genannt wird (3 %) und EUR/GBP (2 %). Das Pfund Sterling wird von der Bank of England (BoE) ausgegeben.
Der wichtigste Faktor, der den Wert des Britischen Pfunds beeinflusst, ist die Geldpolitik, die von der Bank of England festgelegt wird. Die BoE richtet ihre Entscheidungen danach aus, ob sie ihr Hauptziel der „Preisstabilität“ – eine Inflationsrate von etwa 2 % – erreicht hat. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anpassung der Zinssätze. Wenn die Inflation zu hoch ist, wird die BoE versuchen, sie durch Zinserhöhungen zu dämpfen, was in der Regel positiv für das Pfund ist, da höhere Zinsen das Vereinigte Königreich für internationale Investoren attraktiver machen. Fällt die Inflation zu niedrig aus, deutet dies auf ein langsameres Wirtschaftswachstum hin, und die BoE könnte die Zinsen senken, um das Kreditangebot zu erhöhen und Investitionen anzuregen.
Wirtschaftsdaten sind zentrale Indikatoren für die Stärke der britischen Wirtschaft und beeinflussen maßgeblich den Wert des Pfund Sterling. Daten wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI) und Arbeitslosenzahlen geben Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung. Eine robuste Wirtschaft zieht ausländische Investitionen an und könnte die Bank of England (BoE) dazu bewegen, die Zinsen zu erhöhen, was das Pfund unterstützt. Schwächere Daten hingegen führen zu einem Abwärtstrend des Pfunds.
Für das britische Pfund ist die Handelsbilanz ein wichtiger Indikator. Sie misst den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe über einen bestimmten Zeitraum. Exportiert ein Land stark nachgefragte Güter, führt die höhere Nachfrage aus dem Ausland zu einer Stärkung der Währung. Eine positive Handelsbilanz stärkt das Pfund, während ein Defizit die Währung schwächt.